Operante Konditionierung — Psychologie, 14–17 Jahre
Wie Folgen es wahrscheinlicher oder unwahrscheinlicher machen, dass ein Verhalten wieder auftritt.
Verhalten hat Folgen
Operante Konditionierung bedeutet, aus den Folgen einer Handlung zu lernen. Ist eine Folge belohnend, wird das Verhalten oft wahrscheinlicher; ist sie unangenehm oder nimmt sie etwas Erwünschtes weg, kann es seltener werden. Die Person reagiert nicht nur auf ein Signal: Ihre Handlung verändert, was danach passiert.
Das Problem, Verhalten zu formen
Man wollte erklären, wie Gewohnheiten entstehen, ohne anzunehmen, dass jede Handlung aus einem bewussten Plan kommt. B. F. Skinner untersuchte Menschen und Tiere unter kontrollierten Bedingungen und baute auf Edward Thorndikes Gesetz des Effekts auf: Handlungen mit befriedigenden Folgen werden eher wiederholt. So fragt man, welche Folge ein Verhalten aufrechterhält, statt nur den Willen zu beurteilen.
Eine Lernroutine
Maya lernt 25 Minuten, bevor sie ihr Handy prüft. Zuerst macht sie einen Strich auf einer Tabelle und bekommt danach zehn Minuten online; die angenehme Pause folgt also auf das Lernen. Nach einer Woche öffnet sie ihr Buch häufiger: Die Tabelle zeigt vier Einheiten am Montag, fünf am Dienstag und sechs am Mittwoch. Die Folge hat das Verhalten verstärkt, aber nicht jede künftige Einheit garantiert.
Belohnung ist keine Bestechung
Ein häufiger Fehler ist, jede Folge eine Belohnung zu nennen oder zu glauben, Bestrafung lehre immer die gewünschte Alternative. Das ist verständlich, weil Belohnungen und Bestechungen beide vor einer Handlung auftreten können, während die Konditionierung auf das Danach schaut. Außerdem hängt eine Folge von der Person ab: Lob kann für eine Schülerin wichtig sein und für eine andere wenig bedeuten.
Bessere Gewohnheiten gestalten
Fitness-Apps, Klassenräume und Arbeitsplätze nutzen oft Punkte, Fortschrittsbalken oder sofortige Rückmeldung, damit eine nützliche Handlung leichter wiederholt wird. Eine lernende Person kann direkt nach einem Quiz Rückmeldung bekommen, ein Busunternehmen kann sicheres und gleichmäßiges Fahren belohnen. Solche Systeme können helfen, aber das Ziel muss wichtig bleiben und die Belohnung darf Verständnis nicht ersetzen.
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