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Portugiesisch Klasse 5: Vortragen und aufführen: Stimme, Pausen, Bühnenanweisungen

Portugiesisch, Klasse 5 (Portugal): Wie du ein Gedicht zum Vortragen und einen dramatischen Text für die Bühne vorbereitest: Tempo, Pausen, Ton und Bühnenanweisungen.

Dem Gedicht eine Stimme geben, dem Theatertext einen Körper

Vortragen heißt, ein Gedicht anderen laut vorzutragen und ihm mit der Stimme Leben zu geben. Es zählen Artikulation (deutlich sprechen), Lautstärke, Tempo, Pausen (am Versende und bei Satzzeichen) und Betonung (die Stimme heben und senken). Einen dramatischen Text aufzuführen heißt, ihm einen Körper zu geben: Die Figuren sprechen ihre Rollen, und die didascálias (Bühnenanweisungen in Klammern) nennen Gesten, Ton, Auf- und Abtritte und werden nicht laut gesprochen. Ein Theatertext gliedert sich in Akte und Szenen.

Gedichte und Stücke sind zum Hören und Sehen gemacht

Gedichte und Stücke sind zum Hören und Sehen gemacht. Still gelesen, verlieren sie die Hälfte. Wie du sie sprichst, zeigt, wie du sie gedeutet hast: Derselbe Vers, schnell und laut gesprochen, klingt fröhlich; langsam und leise klingt er nach Geheimnis oder Trauer. Bevor du vorträgst, musst du den Text also verstehen (das Gefühl, die Bilder, wer spricht) und erst dann Stimme und Gesten wählen.

Vier Verse und eine Rede vorbereiten

«O luar entrou no quarto / com passinhos de veludo; / pousou no meu cobertor / e ficou a ver-me tudo.» (Das Mondlicht kommt auf Zehenspitzen herein, setzt sich auf meine Decke und sieht mir zu.) Schritt 1: verstehen: Das Mondlicht ist ruhig, fast ein Geheimnis. Schritt 2: Pausen: kurz am Versende, länger nach «tudo». Schritt 3: Ton: leise und langsam; bei «veludo» verlangsamen. Schritt 4: Auf der Bühne heißt «LUÍS (a sussurrar): — Não acordes o cão!», dass du nur «Não acordes o cão!» sagst, im Flüsterton.

Schnell und laut ist nicht ausdrucksvoll

Zwei Fallen. Erstens: schnell und laut vortragen und nur anhalten, wenn die Luft ausgeht, statt Pausen und Sinn zu beachten. Zweitens: die didascálias laut wie Rollentext lesen. Sie sind Anweisungen für Schauspieler und Regie, kein gesprochener Text. Die Regel: Sag, was die Figur sagt, und tu, was die didascália verlangt.

Lesungen, Schultheater, Radio

Gedichte werden bei Lesungen in Bibliotheken und Schulen vorgetragen, man spielt Schultheater und benutzt im Radio, in Hörbüchern und Podcasts nur die Stimme. Selbst ein Referat hängt von Pausen, Betonung und Aussprache ab. Bevor eine Gruppe etwas aufführt, probt sie: Sie liest, markiert Pausen, legt Gesten fest und verabredet Auf- und Abtritte.

Teste, was du gelernt hast

  1. Was sind «didascálias» in einem dramatischen Text?

    • a) Die wichtigsten Reden des Stücks
    • b) Die Anmerkungen des Autors zu Gesten, Ton und Szene, die nicht laut gesprochen werden
    • c) Der Titel jeder Szene

    Richtige Antwort: b) Die Anmerkungen des Autors zu Gesten, Ton und Szene, die nicht laut gesprochen werden — Ja: Sie leiten die Schauspieler an und stehen meist in Klammern.

  2. Du sollst vortragen: «O luar entrou no quarto / com passinhos de veludo; / pousou no meu cobertor / e ficou a ver-me tudo.» Welcher Vortrag passt am besten?

    • a) Leise und langsam, mit einer Pause am Ende jedes Verses
    • b) Schnell und laut, ohne Pausen, um bald fertig zu sein
    • c) Immer im selben Ton, ohne an die Bedeutung zu denken

    Richtige Antwort: a) Leise und langsam, mit einer Pause am Ende jedes Verses — Ja: Das Mondlicht ist ruhig und heimlich, und Pausen am Versende lassen die Bilder wirken.

  3. Im Text «LUÍS (a sussurrar): — Não acordes o cão!» (LUÍS, flüsternd: „Weck den Hund nicht auf!“) was sagt der Schauspieler laut?

    • a) «Luís a sussurrar: não acordes o cão!»
    • b) «Não acordes o cão!» geschrien, damit alle es hören
    • c) «Não acordes o cão!», im Flüsterton

    Richtige Antwort: c) «Não acordes o cão!», im Flüsterton — Ja: Du sprichst nur die Rede und tust, was die didascália verlangt, nämlich flüstern.

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