Ökologische Nischen: wie Arten Ressourcen teilen — Biologie, 14–17
Die Nische einer Art beschreibt, wie sie Bedingungen und Ressourcen zum Überleben und zur Fortpflanzung nutzt. Zwei Arten können am selben Ort leben, wenn sich ihre Nischen unterscheiden; starke Überschneidung kann jedoch Konkurrenz auslösen.
Mehr als ein Wohnort
Eine ökologische Nische ist nicht einfach der Ort, an dem eine Art lebt. Sie umfasst, was sie frisst, wann sie aktiv ist, welche Temperatur und Feuchtigkeit sie verträgt und wie sie mit anderen Lebewesen interagiert. Du kannst sie als ihre Lebensweise verstehen.
Warum Konkurrenz nicht überall gleich ist
Wenn zwei Arten dieselbe begrenzte Ressource auf genau dieselbe Weise brauchen, verringert jede das Angebot für die andere. Unterschiede in Nahrungshöhe, Tageszeit oder Lebensraum können diese Überschneidung aber verringern. So erklärt das Nischenkonzept, wie ähnliche Arten zusammenleben.
Zwei Laubsänger, ein Baum
Stell dir zwei Vogelarten vor, die sich in derselben Eiche ernähren. Art A sucht tagsüber nahe den äußeren Ästen nach Raupen; Art B sucht näher am Stamm und ist vor allem im Morgengrauen aktiv. Der Lebensraum überschneidet sich, aber Zeit und Ort unterscheiden sich, sodass die Konkurrenz sinkt.
Nische ist nicht dasselbe wie Lebensraum
Es ist verständlich, Lebensraum und Nische gleichzusetzen, weil beide mit dem Ort eines Lebewesens zu tun haben. Der Lebensraum ähnelt eher einer Adresse; die Nische umfasst zusätzlich die Rolle und Ansprüche des Lebewesens. Zwei Arten können dieselbe Adresse, aber verschiedene Nischen haben.
Eine Lebensgemeinschaft wiederherstellen
Ökologinnen und Ökologen nutzen Nischenwissen, wenn sie Feuchtgebiete, Wälder oder Stadtlebensräume wiederherstellen. Eine Art zu pflanzen reicht nicht: Licht, Boden, Wasser, Bestäuber und Nahrungsbeziehungen müssen passen. Fehlt eine Voraussetzung, überlebt die Art vielleicht kurz, bildet aber keine stabile Population.
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