Schauspiel und Theater — Bühne, Improv, Stimme
Fünf Dossiers über Bühnenschauspiel, Improvisation, Sprechrollen, Spiel vor der Kamera und die Arbeit hinter der Bühne — das Handwerk echt erklärt, für Teens.
11 bis 13 Jahre
Was drin ist
Bühnenschauspiel — live, kein zweiter Versuch
Bühnenschauspiel heißt, eine Geschichte mit dem ganzen Körper zu erzählen, live, vor Menschen, die im selben Raum atmen wie du. Nichts lässt sich nachträglich schneiden, also muss alles beim ersten Mal sitzen. Genau dieses Risiko macht ein Theater elektrisch.
Improtheater — kein Text, kein Netz
Improtheater ist Theater, das im Moment entsteht, ohne Text und ohne zu wissen, was als Nächstes kommt. Jemand ruft ein Wort aus dem Publikum, und dreißig Sekunden später existiert eine ganze Welt, die es nie zuvor gab. Das klingt beängstigend und ist tatsächlich die nachsichtigste Art zu spielen, die es gibt.
Sprechrollen — dein Gesicht bleibt unsichtbar
Sprechrollen heißt: alles — Alter, Stimmung, Größe, Spezies — allein mit Klang zu machen. Kein Kostüm, kein Gesicht, keine sichtbaren Gesten, nur Atem und Worte, die auf ein Mikrofon treffen. Es ist das Handwerk hinter Zeichentrick, Videospielen, Hörbüchern und jedem synchronisierten Film, den du je gesehen hast.
Schauspiel vor der Kamera — klein, echt, in Take neun
Ein Kameraobjektiv ist dir näher, als es ein Publikum je sein könnte — deshalb ist Kameraspiel die Kunst, weniger zu tun und mehr zu meinen. Ein Gedanke, der durch deine Augen zieht, kann größer sein als ein Schrei. Das Schwere ist nicht das Spielen — es ist, denselben wahren Moment wieder und wieder und wieder herzustellen.
Hinter der Bühne — die unsichtbare Crew
Für jeden Schauspieler, den du siehst, gibt es eine kleine Armee, die du nie siehst: Bühnenbauer, Malerinnen, Kostümschneider, Elektrikerinnen, Tontechniker und die Inspizienz, die den ganzen Abend steuert. Sie verwandeln einen leeren Raum in einen Wald, ein Raumschiff oder eine Küche von 1902. Wenn Schauspielen nicht dein Ding ist, verlieben sich hier viele Theaterleute.
Regie — wer das Ganze sieht
Der Regisseur ist der, der nie auf der Bühne erscheint und doch alles formt, was man dort sieht. Er entscheidet, worum es im Stück wirklich geht, und leitet dann Schauspieler, Ausstatter und Crew so an, dass hundert einzelne Entscheidungen alle in dieselbe Richtung weisen. Ein guter Regisseur brüllt selten Befehle — er stellt Fragen, die den anderen helfen, die Antwort zu finden.
Theaterschreiben — Worte, zum Sprechen gebaut
Ein Dramatiker schreibt eine Geschichte, die nur andere je vollenden werden — Schauspieler, ein Regisseur, Ausstatter — in einem Raum stehend. Anders als ein Romancier kann er nicht beschreiben, was eine Figur denkt; alles muss durch das herauskommen, was Menschen sagen und tun. Diese Grenze ist die ganze Kunst: Ein großes Stück lässt dich einen verborgenen Gedanken spüren, ohne dass ein einziges Wort ihn benennt.
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