Fotografie
Tippe auf ein Thema, um sein Dossier zu öffnen Licht · Bildausschnitt · Die Drittelregel · Schärfe · Bewegung und Verschluss · Farbe · Schwarzweiß · Porträts und Vorher Fragen · Eine Geschichte in einem Bild · Ehrlich Bearbeiten · Wie eine Kamera Funktioniert · Das Objektiv · Der Sensor · Blende · Verschlusszeit · ISO · Goldene Stunde · Porträtfotografie · Nachtfotografie.
11 bis 13 Jahre
Was drin ist
Licht — das eigentliche Motiv
Die meisten Menschen fotografieren ein Ding. Fotografen fotografieren das Licht, das auf dieses Ding fällt — deshalb warten sie zwanzig Minuten, bis eine Wolke weiterzieht. Nichts an diesem Thema kostet Geld: Du lernst zu sehen, wo das Licht schon ist, und dein Motiv hineinzustellen.
Bildausschnitt — die Ränder wählen
Die Welt hat keine Ränder; ein Foto hat vier. Zu entscheiden, wo diese Ränder liegen, ist der erste echte kreative Akt der Fotografie — und er passiert, bevor du irgendetwas drückst. Die meisten schwachen Fotos sind weder schlecht belichtet noch unscharf; sie enthalten schlicht zu viel.
Die Drittelregel — ein Leitfaden, kein Gesetz
Stell dir zwei senkrechte und zwei waagerechte Linien vor, die dein Bild in neun gleiche Rechtecke teilen. Setz dein Motiv auf eine dieser Linien oder auf einen Kreuzungspunkt, und das Bild wirkt meist lebendiger als dieselbe Aufnahme mit allem in der Mitte. Es ist die meistzitierte Faustregel der Fotografie — und die am häufigsten missverstandene.
Schärfe — entscheiden, was scharf ist
Ein Objektiv kann immer nur eine Entfernung wirklich scharf abbilden. Alles Nähere oder Fernere zerfließt allmählich, und wie schnell es zerfließt, nennen Fotografen Schärfentiefe. Diese eine scharfe Entfernung zu wählen, ist die Art, dem Betrachter ohne Bildunterschrift zu sagen, welchen Teil du gemeint hast.
Bewegung und Verschluss — einfrieren oder fließen lassen
Hinter dem Objektiv sitzt eine winzige Tür, die auf- und wieder zugeht. Wie lange sie offen bleibt, entscheidet, ob ein bewegtes Ding als messerscharfe Statue oder als Farbstreifen im Bild ankommt. Keine der Antworten ist die richtige; es sind zwei verschiedene Sätze über dieselbe Sekunde.
Farbe — die lauteste Stimme im Bild
Farbe ist keine Verzierung, die über ein Foto gestreut wird; sie ist eine Kraft, die bestimmt, wohin das Auge geht und wie das Bild wirkt, noch bevor jemand begriffen hat, was es zeigt. Ein warmes Bild liest sich freundlich, ein kaltes distanziert, und ein einzelner leuchtender Fleck benimmt sich wie ein Ruf in einem stillen Raum. Farbe zu lernen heißt vor allem, Zurückhaltung zu lernen.
Schwarzweiß — was bleibt, wenn die Farbe geht
In den ersten hundert Jahren der Fotografie gab es keine Wahl, und Fotografen lernten, in Hell und Dunkel statt in Farbtönen zu denken. Heute ist es eine bewusste Entscheidung, was sie viel interessanter macht: Du wählst, die Welt zu übersetzen statt sie zu kopieren. Sobald die Farbe geht, handelt ein Bild nicht mehr von einem roten Pullover, sondern von einem Menschen.
Porträts und Vorher Fragen — das Foto eines Menschen gehört auch ihm
Menschen zu fotografieren ist das Wärmste und Nützlichste, was eine Kamera tut, und es kommt mit einer Regel, die nichts mit Technik zu tun hat: Die Person ist kein Motiv, das du gefunden hast, sondern jemand, mit dem du arbeitest. Vorher zu fragen macht aus einem geklauten Bild eine kleine Zusammenarbeit — und Zusammenarbeit ergibt fast immer bessere Fotos. Nebenbei ist es die höfliche, sichere und rechtlich saubere Art.
Eine Geschichte in einem Bild — ein Bild, ein Anfang und ein Ende
Ein Film hat zwei Stunden, sich zu erklären, ein Foto hat keine — es muss also anders arbeiten: indem es einen Augenblick zeigt, der alles ringsum mitdenken lässt. Der Trick ist nicht, mehr Information hineinzustopfen, sondern einen Moment zu erwischen, in dem sich die Information selbst ordnet. Gelingt das, beendet der Betrachter die Geschichte im eigenen Kopf — und deshalb bleibt sie hängen.
Ehrlich Bearbeiten — anpassen ist nicht erfinden
Bearbeiten ist kein Betrug; Fotografen hellen und dunkeln Bildteile schon lange vor den Computern ab. Alles entscheidet das Versprechen, das ein Bild gibt. Ein Foto, das als Kunst auftritt, darf alles sein — ein Foto, das als Beleg auftritt (das geschah, hier, diesen Menschen), muss dem Moment treu bleiben, aus dem es stammt.
Wie eine Kamera Funktioniert — eine Box, ein Loch, ein Sensor
Nimm die Menüs und die Megapixel weg, und eine Kamera ist erstaunlich einfach: eine lichtdichte Box, ein Objektiv zum Scharfstellen, ein Verschluss, der entscheidet, wie lange das Licht hereinkommt, und eine Fläche, die es auffängt. Sobald du dir diese vier Dinge vorstellen kannst, verstehst du jede Kamera der Welt, von einer zweihundert Jahre alten aus Holz bis zum Handy in deiner Hand.
Das Objektiv — gekrümmtes Glas, gebündeltes Licht
Das Objektiv ist das Auge der Kamera, und alles andere zeichnet nur auf, was das Objektiv zu zeigen entscheidet. Seine ganze Aufgabe ist es, das gestreute Licht, das von einer Szene abprallt, wieder zusammenzubündeln, sodass jeder Punkt der Welt auf genau einem Punkt des Sensors landet. Gelingt das gut, ist das Bild scharf; misslingt es, ist es verschwommen.
Der Sensor — Millionen Lichteimer
Wo alte Kameras einen Filmstreifen hatten, haben digitale einen Sensor: einen flachen Chip, ausgelegt mit Millionen lichtempfindlicher Quadrate namens Pixel. Jedes Pixel erledigt eine langweilige, aber lebenswichtige Aufgabe — es zählt das Licht, das während der Belichtung darauffällt, und macht aus dieser Zählung eine Zahl. Reihe all diese Zahlen aneinander, und du hast ein Foto.
Blende — die Pupille des Auges
Im Objektiv sitzt ein Ring aus dünnen, überlappenden Lamellen, der sich zu einem Nadelloch verengen oder zu einem weiten Kreis öffnen kann. Diese Öffnung, die Blende, erledigt zwei Dinge zugleich: Sie steuert, wie viel Licht durchströmt, und entscheidet, wie viel der Szene scharf herauskommt. Sie steuern zu lernen ist der größte Sprung vom Schnappschuss zum Foto, das gewollt aussieht.
Verschlusszeit — wie lange die Tür offen bleibt
Wenn die Blende entscheidet, wie weit die Tür sich öffnet, entscheidet der Verschluss, wie lange sie offen bleibt. Diese eine Wahl bestimmt, ob Bewegtes gestochen scharf einfriert oder zu Streifen verwischt, und sie ist die spaßigste Einstellung zum Ausprobieren, weil die Ergebnisse so offensichtlich sind. Schnell friert ein; langsam fließt.
ISO — der Lautstärkeregler fürs Licht
ISO ist der dritte Partner der Belichtung, neben Blende und Verschluss. Es sammelt kein zusätzliches Licht, sondern verstärkt das schwache Signal, das der Sensor schon aufgefangen hat, wie das Lauterdrehen eines leisen Radios. Das macht dunkle Szenen möglich, aber dieselbe Verstärkung hebt auch das Rauschen — hohes ISO tauscht Helligkeit gegen Korn.
Goldene Stunde — tiefe warme Sonne
Die goldene Stunde ist die Zeit gleich nach Sonnenaufgang und kurz vor Sonnenuntergang. Das Licht muss durch so viel Luft, dass das harte Blau weggestreut wird und warmes Gold übrig bleibt. Haut leuchtet, Schatten werden lang, und fast alles sieht besser aus.
Porträtfotografie — ein Mensch, wirklich gesehen
Ein Porträt ist ein Foto, dessen ganzer Sinn ein Mensch ist. Es geht nicht um ein perfektes Gesicht, sondern darum, etwas Wahres einzufangen — einen Blick, ein halbes Lächeln, einen Moment des Nachdenkens. Das Schwerste ist nicht die Kamera, sondern jemandem zu helfen, sich vor ihr zu entspannen.
Nachtfotografie — die Stadt nach Einbruch der Dunkelheit
Nacht ist nicht die Abwesenheit von Licht, sondern eine andere Art Licht: Laternen, Bildschirme, Scheinwerfer und Schaufenster bemalen das Dunkel. Dein Handy kann dieses schwache Leuchten sammeln, wenn du es lange genug ruhig hältst — deshalb ist Nachtfotografie eigentlich eine Lektion im Stillhalten. Die Belohnung ist eine Version deiner eigenen Straße, die aussieht wie ein Filmset.
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