Portugiesisch Klasse 2: Deutliche Stimme, richtiger Rhythmus: sprechen und laut lesen
Portugiesisch, Klasse 2 (Portugal): Alle Wörter deutlich sagen, Pausen machen, die Stimme heben oder senken und so laut lesen, wie der Text es verlangt.
Ganze Wörter, eine Stimme, die man hört
Deutlich sprechen heißt, ganze Wörter zu sagen, mit allen Silben, ohne das Ende zu verschlucken. Dann ändert sich die Stimme mit dem, was du meinst: Sie geht am Ende einer Frage wie «Tens fome?» (Hast du Hunger?) nach oben, in einer Aussage wie «Tenho fome.» (Ich habe Hunger.) nach unten, wird kräftiger zum Rufen und leiser und langsamer zum Beruhigen. Lautes Lesen verlangt dasselbe: Die Satzzeichen sagen dir, wo du anhalten und wie du sprechen sollst.
Die Stimme sagt auch, wie du dich fühlst
Kommen die Wörter zusammengeklebt oder zu schnell heraus, versteht der Zuhörer nichts. Und die Stimme erzählt Gefühle: Liest du «Que susto!» (Was für ein Schreck!) mit ruhiger, flacher Stimme, spürt niemand den Schreck. Wer gut liest, lässt die Ohren „sehen“, was der Text sagt.
Drei Sätze laut lesen
Du liest: «A Rita chegou à escola. Que frio! Tens um casaco?» (Rita ist in der Schule angekommen. Wie kalt! Hast du eine Jacke?) Schritt 1: Lies langsam und sprich alle Silben von «chegou» und «escola». Schritt 2: Beim Punkt senkst du die Stimme und machst eine Pause. Schritt 3: Beim Ausruf nimmst du die Stimme von jemandem, dem kalt ist. Schritt 4: Beim letzten Satz hebst du am Ende die Stimme. Schritt 5: Lies nochmal und hör dir zu.
Schnell oder schreiend ist nicht gut gesprochen
Viele denken, gut lesen heiße schnell lesen, oder laut sprechen heiße deutlich sprechen. Das stimmt nicht. Wer rast, dem verkleben die Wörter, und der Zuhörer verliert den Faden. Wer schreit, stört den Zuhörer, der deshalb nicht besser versteht. Gut lesen heißt, im Rhythmus des Sinns zu lesen, mit Pausen bei Punkt und Komma.
Wo du deine Stimme brauchst
Du brauchst das, wenn du einem kleineren Geschwisterkind eine Geschichte vorliest, wenn du etwas ausrichtest, wenn du einen Zungenbrecher wie «O rato roeu a roupa do rei de Roma.» (Die Maus hat die Kleider des Königs von Rom zernagt.) aufsagst oder wenn du singst. Zum Üben lies jemandem vor und frag, ob er jedes Wort verstanden hat.
Teste, was du gelernt hast
Welchen dieser Sätze sagst du mit steigender Stimme am Ende?
- a) «Tenho fome.» (Ich habe Hunger.)
- b) «Que susto!» (Was für ein Schreck!)
- c) «Tens fome?» (Hast du Hunger?)
Richtige Antwort: c) «Tens fome?» (Hast du Hunger?) — Ja: Bei einer solchen Frage geht die Stimme am Ende nach oben.
Rita liest laut vor: «O gato dormia. De repente, ouviu um barulho!» (Die Katze schlief. Plötzlich hörte sie ein Geräusch!) Wie soll sie lesen?
- a) Schnell, immer mit derselben Stimme
- b) Erst ruhig und langsam, dann eine Pause und kräftigere Stimme bei «De repente»
- c) Sehr laut ab dem ersten Wort, ohne Pausen
Richtige Antwort: b) Erst ruhig und langsam, dann eine Pause und kräftigere Stimme bei «De repente» — Ja: Die ruhige Stimme zeigt die schlafende Katze, Pause und kräftigere Stimme zeigen die Überraschung.
Ana sagt: «Para ler bem, é preciso ler o mais depressa possível.» (Um gut zu lesen, muss man so schnell wie möglich lesen.) Was meinst du?
- a) Sie irrt sich: Gut lesen heißt, im Rhythmus des Sinns zu lesen, mit Pausen
- b) Sie hat recht: je schneller, desto besser
- c) Sie hat fast recht: man muss nur lauter lesen
Richtige Antwort: a) Sie irrt sich: Gut lesen heißt, im Rhythmus des Sinns zu lesen, mit Pausen — Ja: Der Zuhörer braucht Zeit zum Verstehen. Das richtige Tempo folgt dem Text.
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