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Historische Quellen und Datierung: v. Chr. und n. Chr. — 11–13

Was eine historische Quelle ist, wie materielle Überreste von der Vergangenheit erzählen und wie man Ereignisse zeitlich einordnet.

Quellen und eine Zeitleiste, um sie einzuordnen

Eine historische Quelle ist jede Spur der Vergangenheit, die uns Auskunft über sie gibt. Sie kann materiell sein – Werkzeuge, Keramik, Gebäude, Münzen –, schriftlich – Briefe, Gesetze, Inschriften –, mündlich – erzählte Geschichten – oder bildlich, wie Gemälde und Fotografien. Um Ereignisse zeitlich einzuordnen, nutzen wir den Kalender, der die Jahre ab Christi Geburt zählt: vor Christus (v. Chr.) und nach Christus (n. Chr.).

Warum Geschichte Belege braucht

Wir können nicht in die Vergangenheit reisen, um zu sehen, was geschah. Deshalb arbeiten Historiker und Archäologen wie Detektive: Sie suchen Spuren, graben, vergleichen und ziehen Schlüsse. Ohne Quellen ist eine Geschichte nur eine Meinung. Und ohne verlässliche Daten versteht man nicht, was vor wem kam oder was die Ursache wovon war.

Ein Beispiel: ein Keramikfragment befragen

Schritt 1: In einem Castro findet eine Archäologin ein Keramikfragment – eine materielle Quelle. Schritt 2: Sie fragt, was es uns sagt: Menschen lagerten oder kochten damit Essen, und die Verzierung zeigt Geschmack und Können dessen, der es machte. Schritt 3: Sie notiert die Erdschicht, in der es lag, neben römischen Münzen: Es stammt also wahrscheinlich aus römischer Zeit. Schritt 4: Sie achtet darauf, was es nicht verrät – Namen, Sprache, Ideen – und sucht weitere Quellen.

Die Falle: die Daten rückwärts zu lesen

Bei v.-Chr.-Daten zählen die Zahlen rückwärts: 500 v. Chr. ist älter als 200 v. Chr., weil es weiter vom Jahr 1 entfernt ist. Und es gibt kein Jahr null: Nach 1 v. Chr. kommt 1 n. Chr. Liegt also ein Ereignis im Jahr 200 v. Chr. und ein anderes 300 n. Chr., beträgt der Abstand etwa 500 Jahre, nicht 100. Bei Jahrhunderten ist es genauso: Das 1. Jahrhundert beginnt im Jahr 1, das 21. Jahrhundert beginnt 2001.

Wo man das heute noch sehen kann

Jedes Museum in Portugal zeigt historische Quellen: Keramik, Münzen, Werkzeuge und Inschriften. In Conímbriga bei Coimbra kannst du eine römische Stadt mit Mosaiken und von Archäologen freigelegten Häusern sehen. Und auch bei dir zu Hause gibt es Quellen: Fotografien, Briefe und Familienobjekte erzählen die Geschichte derer, die vor dir lebten.

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