Breiten- und Längengrade — Geografie, 14–17 Jahre
Ein Koordinatensystem gibt jedem Ort auf der Erde eine genaue Position, die man weitergeben kann.
Das Adresssystem der Erde
Breiten- und Längengrade bilden ein unsichtbares Gitter um die Erde. Der Breitengrad zeigt, wie weit ein Ort nördlich oder südlich vom Äquator liegt; der Längengrad zeigt die Entfernung östlich oder westlich vom Nullmeridian. Zusammen sind sie eine genaue Adresse.
Warum Koordinaten gebraucht wurden
„Die Insel nahe der Küste“ reicht nicht, wenn Schiffe, Flugzeuge oder Rettungsteams denselben Ort finden müssen. Kartografen entwickelten Breiten- und Längengrade, damit Orte einheitlich eingetragen und gefunden werden konnten. Besonders auf dem offenen Meer war der Längengrad wichtig, weil dort sichtbare Orientierungspunkte fehlen.
Eine Koordinate lesen
Nehmen wir London: etwa 51,5° N und 0,1° W. Erstens liegt 51,5° N nördlich vom Äquator, ungefähr auf der Breite Südenglands. Zweitens liegt 0,1° W knapp westlich vom Nullmeridian. Dieses Zahlenpaar beschreibt London viel genauer als nur der Name des Landes.
Breiten- und Längengrade vertauschen
Ein häufiger Fehler ist, 51° N, 0° W mit dem Längengrad zu beginnen oder beide Werte „Breitengrad“ zu nennen. Das ist verständlich: Beide werden in Grad gemessen und erscheinen als Linien auf einer Karte. Merke dir das Bild: Breitengrade verlaufen wie Gürtel um die Erde, Längengrade von Pol zu Pol.
Koordinaten außerhalb des Atlas
Dein Smartphone nutzt Koordinaten, um deine Position zu zeigen, eine Route zu führen und ein Foto zu verorten. Rettungsdienste können Hilfe an einen genauen Punkt schicken, während Wettersatelliten Bedingungen an bestimmten Orten messen. Auch Forschende vergleichen damit Messungen verschiedener Orte, ohne sie zu verwechseln.
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