Zinseszins und Kredit — Wirtschaft, 14–17 Jahre
Zinsen sind der Preis für die Nutzung fremden Geldes oder die Belohnung dafür, eigenes Geld zu verleihen. Durch Zinseszins wird Zeit wichtig, weil auch Zinsen wieder Zinsen bringen können.
Wachstum auf Wachstum
Bei einfachen Zinsen kommt in jeder Periode ein Prozentsatz des ursprünglichen Betrags hinzu. Beim Zinseszins werden Zinsen zum bereits angewachsenen Betrag addiert, sodass spätere Zinsen größer sein können. Bei einem Kredit wirkt derselbe Vorgang umgekehrt: Unbezahlte Zinsen können die Schulden wachsen lassen.
Warum ist Zeit wichtig?
Wer Geld verleiht, kann es jetzt nicht nutzen und riskiert, es nicht zurückzubekommen. Zinsen sind deshalb ein Preis für Zeit und Risiko. Auch Sparer wollen wissen, wie viel ihr Geld später wert sein könnte. Zinseszins hilft beim Vergleich von Geld zu verschiedenen Zeitpunkten, doch Gebühren und Risiken bleiben wichtig.
Zwei Jahre sparen
Du legst 1.000 € auf ein Konto mit 5 % Jahreszins. Nach dem ersten Jahr: 1.000 × 1,05 = 1.050 €. Nach dem zweiten Jahr: 1.050 × 1,05 = 1.102,50 €. Die zusätzlichen 2,50 € entstehen, weil du 5 % auch auf die Zinsen des ersten Jahres erhältst.
Die Falle: Zinssatz mal Jahre
Ein verständlicher Kurzweg ist, 5 % mit 10 Jahren zu multiplizieren und anzunehmen, dass 1.000 € zu 1.500 € werden. Das gilt für einfache Zinsen, nicht für jährlichen Zinseszins. Dabei wird der Betrag zehnmal mit 1,05 multipliziert und erreicht vor Steuern und Gebühren etwa 1.628,89 €.
Wo es hilft
Zinseszins findet sich bei Sparkonten, Krediten, Kreditkarten und Anlagen. Er kann regelmäßiges Sparen belohnen, aber Schulden durch Zinsen, Gebühren oder ausbleibende Zahlungen auch schnell wachsen lassen. Vor dem Leihen solltest du den insgesamt zurückgezahlten Betrag vergleichen, nicht nur die verlockende Monatsrate.
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