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Die Stammformen im Lateinischen: den Verbstamm finden — Alte Sprachen, 14–17 Jahre

Lateinische Wörterbücher nennen mehrere Stammformen eines Verbs, weil eine einzelne Form die anderen nicht immer vorhersagt. Wer versteht, was jede Form zeigt, erkennt und übersetzt unbekannte Verben leichter.

Die vier Hinweise

Ein lateinisches Verb wird oft mit vier Stammformen angegeben, etwa amo, amare, amavi, amatum. Sie zeigen den Präsensstamm, den Infinitiv, den Perfektstamm und den Stamm des Supins oder Partizips; diese können sich unregelmäßig verändern.

Warum so viele Formen?

Lateinische Verben bilden verschiedene Zeiten oft aus verschiedenen Stämmen. Wer nur amo sieht, kann amavi oder amatum nicht sicher erraten; deshalb bewahrten Grammatiken und Wörterbücher mehrere Formen als Anhaltspunkte.

Von vier Formen zum Satz

Nehmen wir mitto, mittere, misi, missum, also schicken. Der Präsensstamm ist mitt-, daraus wird mittit, „er schickt“; der Perfektstamm ist mis-, daraus wird misit, „er schickte“; die letzte Form ergibt missus, „geschickt“. Die Liste verhindert falsche Vermutungen.

Der verlockende Abkürzungsweg

Es liegt nahe, den Perfektstamm durch das Entfernen der Präsensendung zu bilden: Aus am- würde man amavi erwarten. Manchmal klappt das, aber zu mitto gehört misi, also ein anderer Stamm. Der Fehler ist verständlich, weil regelmäßige Beispiele ein ordentliches Muster nahelegen.

Eine Karte zum Lesen

Stammformen helfen bei einer lateinischen Inschrift, einem Wahlspruch oder einem historischen Zitat mit einem unbekannten Verb. Man erkennt damit, ob eine Form zur Präsens-, Perfekt- oder Partizipfamilie gehört, statt jede Schreibänderung für ein völlig neues Wort zu halten.

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