Lateinische Wörter, die zeigen — Alte Sprachen, 14–17 Jahre
Sieh, wie hic, ille und is die Aufmerksamkeit in einem Text auf Personen und Dinge lenken.
Wörter wie „dieser“ und „jener“
Latein hat kleine Wörter, die die Aufmerksamkeit des Lesers lenken. Hic holt etwas meist näher heran, ille zeigt oft auf etwas Entfernteres oder schon Hervorgehobenes, und is kann es einfach bezeichnen. Diese Wörter ändern ihre Endung, wenn sie ein Nomen begleiten oder ersetzen.
Warum zeigen statt wiederholen?
Ein Sprecher muss zeigen, welche Person oder welchen Gegenstand er meint, ohne jedes Mal den ganzen Namen zu wiederholen. Demonstrativwörter lösen dieses Problem, bringen aber auch eine Perspektive mit: „dieser hier“ wirkt anders als „jener dort“. In einer lateinischen Rede oder Geschichte kann diese kleine Wahl Nähe, Abstand oder Aufmerksamkeit lenken.
Hic in einem Satz verfolgen
Lies hic liber mihi placet: „Dieses Buch gefällt mir“. Liber ist männlich im Singular, deshalb hat hic dieselbe Form. In huius libri titulum lego, „Ich lese den Titel dieses Buches“, stehen huius und libri beide im Genitiv Singular; das Demonstrativ gehört also zum Buch.
Die Endung ist nicht der einzige Hinweis
Ein häufiger Fehler ist, ein Demonstrativ mit dem nächststehenden Nomen zu verbinden. In hic vir puellam videt gehört hic zu vir, nicht zu puellam: hic ist männlich Nominativ, puellam weiblich Akkusativ. Der Fehler ist verständlich, weil Latein zusammengehörige Wörter oft trennt und der Abstand täuschen kann.
Zeigen in Geschichten und Argumenten
Auch heute lenken „dieser“, „jener“, „der Erstere“ und „der Letztere“ Aufmerksamkeit und Erinnerung. Lateinische Autoren tun dasselbe: Sie holen eine Person manchmal heran und rücken sie manchmal in den Hintergrund. Achte beim Lesen also nicht nur darauf, wen das Wort bezeichnet, sondern auch auf die Haltung, die die Wahl andeutet.
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