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Lernen durch Beobachtung — Psychologie, 14–17 Jahre

Wir können Verhaltensweisen lernen, indem wir beobachten, was andere tun und was ihnen dabei passiert.

Idee

Lernen durch Beobachtung geschieht, wenn wir das Verhalten einer Person bemerken, es behalten und später etwas Ähnliches versuchen. Wir beobachten auch das Ergebnis: Wir ahmen ein Verhalten eher nach, wenn es nützlich wirkt oder Anerkennung bringt. Nicht jede Folge müssen wir selbst erleben.

Warum

Menschen müssen oft schneller und sicherer lernen, als es durch Versuch und Irrtum möglich wäre. Wer eine erfahrene Person beobachtet, erkennt vielleicht wirksame Handlungen, ohne Zeit, Schmerzen oder Peinlichkeit zu riskieren. Die Idee entstand aus der Untersuchung, wie Kinder und Erwachsene Vorbilder nachahmen, auch bei belohntem, unbeachtetem oder bestraftem Verhalten.

Durchgearbeitetes Beispiel

Maya sieht, wie ein Mitschüler das Lernen mit drei farbigen Überschriften ordnet. Zuerst beobachtet sie, wie er die Notizen nach Themen teilt. Dann übernimmt sie den Aufbau für ein Geschichtskapitel. Eine Woche später nutzt sie die Methode erneut, weil sie Fakten schneller fand; die beobachtete Strategie wurde Teil ihrer Routine.

Häufige Falle

Ein häufiger Fehler ist die Annahme, dass das Beobachten eines Verhaltens sofort zu dessen Ausführung führt. Beobachtung ist nur ein Teil: Auch Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Zuversicht und Gelegenheit spielen eine Rolle. Die Erwartung von Nachahmung ist verständlich, weil sie schnell gehen kann; trotzdem kann man ein Vorbild bewundern, ohne sein Verhalten zu übernehmen.

Wo es vorkommt

Trainer zeigen eine Bewegung, bevor Sportler sie üben sollen. In einem neuen Beruf beobachten Menschen oft eine erfahrene Kollegin oder einen erfahrenen Kollegen, bevor sie Geräte bedienen oder mit Kundschaft sprechen. Auch Online-Anleitungen nutzen Beobachtung, doch Übung und Rückmeldung bleiben nötig: Einmaliges Zuschauen erzeugt noch keine Fähigkeit.

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