Schlussfolgern — Literatur, 7–10 Jahre
Nutze Hinweise und dein Wissen, um zu verstehen, was der Text nicht direkt sagt. Literatur, 7–10 Jahre.
Zwischen den Zeilen lesen
Eine Schlussfolgerung ist eine Idee, die du aus Hinweisen ableitest, obwohl der Autor sie nicht ausdrücklich nennt. Du verbindest das, was der Text zeigt, mit etwas, das du schon weißt. Eine gute Schlussfolgerung ist kein wildes Raten: Du musst die passenden Hinweise zeigen können.
Warum Autoren Hinweise geben
Autoren können nicht jeden Gedanken, jedes Gefühl und jede Tatsache erklären, ohne die Geschichte schwerfällig zu machen. Deshalb geben sie Hinweise, die Leser miteinander verbinden. Lesen wird so zu einer aktiven Aufgabe: Du bemerkst einen Blick, eine Handlung oder ein Detail und überlegst, was es bedeuten könnte.
Eine Schlussfolgerung bilden
Im Text steht: „Marta stellte einen Regenschirm neben die Tür. Draußen klopften Tropfen gegen die Scheibe.“ Schritt 1: Sammle die Hinweise: Regenschirm, Tropfen und Scheibe. Schritt 2: Nutze dein Wissen: Regenschirme verwendet man bei Regen. Schritt 3: Folgere, dass es wahrscheinlich regnet, obwohl der Text es nicht genau so sagt.
Schlussfolgern ist nicht Raten
Ein Leser könnte denken, jede Antwort sei richtig, weil der Text nicht alles sagt. Das ist ein verständlicher Fehler: Hinweise können klein oder unklar wirken. Eine Schlussfolgerung muss aber zu den Hinweisen und zum ganzen Text passen. Gibt es keine Belege, ist es eine Vermutung und keine Schlussfolgerung.
Schlussfolgerungen im Alltag
Auch außerhalb des Lesens ziehst du ständig Schlüsse. Ein nasser Gehweg, Menschen mit Mänteln und graue Wolken deuten zusammen darauf hin, dass es geregnet hat oder bald regnen könnte. Kein einzelner Hinweis beweist das, aber gemeinsam helfen sie dir bei Entscheidungen, etwa einen Mantel mitzunehmen.
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