Wie Wörter aufgebaut sind — Sprache, 14–17 Jahre
Viele Wörter enthalten kleinere Teile mit eigener Bedeutung. Wer sie erkennt, kann unbekannte Wörter besser verstehen und sehen, wie Sprachen neue Wörter bilden.
Bausteine mit Bedeutung
Ein Wort kann aus kleineren Teilen mit eigener Bedeutung bestehen. In „unmöglich“ kehrt „un-“ die Aussage um, während „möglich“ die Grundidee trägt; andere Endungen können eine Person, eine Handlung oder eine Eigenschaft anzeigen. Diese Teile heißen Morpheme, aber den Fachbegriff muss man nicht auswendig lernen.
Warum Wörter zerlegen?
Bei einem neuen Fachwort ist Raten nach dem Gesamtbild unsicher. Wenn man es in bekannte Teile zerlegt, erhält man eine brauchbare erste Vermutung: „Mikroskop“ verbindet Teile für klein und schauen. Sprachwissenschaftler untersuchen solche Muster, weil Menschen viele Wörter bilden und erkennen müssen, ohne jedes einzeln neu zu erfinden.
Ein Wort in Teilen
Nehmen wir „wiederverwendbar“. Erstens liefert „verwenden“ die Grundhandlung. Zweitens bedeutet „wieder“, dass sie erneut geschieht: „wiederverwenden“. Drittens zeigt „-bar“ eine Möglichkeit an. Die Teile helfen beim Deuten, aber bei einer ungewöhnlichen Wortgeschichte braucht man weiterhin ein Wörterbuch.
Die Teile sind nicht immer eine Formel
Es ist verständlich, Bedeutungen mechanisch zusammenzusetzen, als würde „-er“ immer genau dasselbe bedeuten. In „Lehrer“ bezeichnet es eine Person, die lehrt; in „Messer“ ist die ähnliche Endung aber kein frei abtrennbarer Bedeutungsteil. Wortteile können sich verändern, verschwinden oder erstarren. Deshalb muss man auch das ganze Wort prüfen.
Über Bekanntes hinauslesen
Diese Strategie hilft in Naturwissenschaften, Nachrichten und Technik. Wer „antibakteriell“ sieht, erkennt in „anti-“ und „bakteriell“ den Hinweis auf etwas, das gegen Bakterien wirkt, bevor die genaue Definition geprüft wird. Sie hilft auch beim Schreiben, weil verwandte Formen oft einen sichtbaren gemeinsamen Teil behalten.
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