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Utilitaristisches Denken — Ethik, 14–17 Jahre

Eine Handlung danach beurteilen, wie viel Wohlergehen und Leid sie voraussichtlich insgesamt hervorbringt.

Alle Betroffenen berücksichtigen

Utilitaristisches Denken fragt, welche verfügbare Handlung für alle Betroffenen wahrscheinlich das meiste Wohlergehen und das wenigste Leid erzeugt. Das Wohlergehen jeder Person zählt, nicht nur das der entscheidenden oder anwesenden Menschen. Man vergleicht Folgen, statt eine Handlung nur nach ihrem Namen zu beurteilen.

Warum Folgen vergleichen?

Dieser Ansatz entstand aus einem praktischen Problem: Gesetze und politische Entscheidungen betreffen viele fremde Menschen, daher reichen gute Absichten nicht aus. Denker wie Jeremy Bentham und John Stuart Mill fragten, wie öffentliche Entscheidungen Leid verringern und Wohlergehen steigern können. Es geht nicht darum, wessen Glück mehr zählt, sondern um die gesamten Folgen von Schaden und Nutzen.

Ein Erste-Hilfe-Set auswählen

Ein Club hat 60 Euro und muss ein Set auswählen. Set A hilft 3 Menschen schnell; Set B kostet ebenso viel und hilft 12 Menschen, obwohl jede Person etwas weniger erhält. Liste die wahrscheinlichen Folgen auf, berücksichtige alle Betroffenen und vergleiche den Gesamtnutzen. Utilitaristisches Denken würde meist B bevorzugen, sofern niemand dadurch ernsthaft gefährdet wird.

Die größte Zahl ist nicht alles

Ein häufiger Fehler ist, nur die Köpfe zu zählen: Wenn mehr Menschen profitieren, muss die Entscheidung richtig sein. Das ist verständlich, weil sich Summen leicht vergleichen lassen. Doch auch Stärke, Dauer, Wahrscheinlichkeit und Verteilung des Schadens zählen; zehn kleine Vorteile wiegen eine schwere, sichere Verletzung vielleicht nicht auf.

Öffentliche Entscheidungen

Teams im öffentlichen Gesundheitswesen nutzen solche Vergleiche, wenn sie ein begrenztes Budget auf Impfungen, Notfallversorgung oder sicherere Straßen verteilen. Dadurch können Vorteile sichtbar werden, die leicht übersehen werden, besonders für abwesende Menschen. Man braucht dennoch Belege und Schutzvorkehrungen, weil vorhergesagte Folgen falsch sein können.

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