Hauchzeichen im Altgriechischen — Alte Sprachen, 11–13 Jahre
Altgriechische Wörter, die mit einem Vokal oder Rho beginnen, können ein Hauchzeichen tragen. Es zeigt, ob das Wort direkt beginnt oder mit einem kleinen h-ähnlichen Luftstoß.
Sanft und rau
Ein sanftes Hauchzeichen bedeutet keinen zusätzlichen Anfangslaut: ὄνομα beginnt „onoma“. Ein raues Hauchzeichen fügt einen h-ähnlichen Laut hinzu: ὅρος beginnt „horos“. Das Zeichen steht über dem ersten Vokal oder über dem zweiten, wenn zwei Vokale zusammen den Anfang bilden.
Warum den Hauch markieren?
Im Altgriechischen unterschied man tatsächlich zwischen einem einfachen Vokal und einem Vokal mit h-Anlaut. Später veränderte sich die Aussprache, doch Leser brauchten weiterhin einen Hinweis auf den älteren Laut. Gelehrte fügten die Zeichen in hellenistischer Zeit hinzu; sie wurden Teil der Schrift.
ὅρος und ὄρος lesen
Schau zuerst auf das Zeichen über dem ersten ο. In ὅρος ist es wie eine kleine Öffnung nach rechts gebogen: Das ist der raue Hauch, also beginnt das Wort mit „hor-“. In ὄρος ist der Hauch sanft, also beginnt es mit „or-“. Die Schreibweisen können verschiedene Wörter darstellen.
Nicht mit einem Akzent verwechseln
Man kann das Hauchzeichen übersehen, weil es wie ein winziger Akzent aussieht. Das ist verständlich: In griechischer Schrift stehen oft mehrere Zeichen über einem Vokal. Ein Akzent zeigt aber Tonhöhe oder Betonung, ein Hauchzeichen den Wortanfang; sie beantworten verschiedene Fragen.
Griechische Zeugnisse lesen
Hauchzeichen sind wichtig beim Lesen bearbeiteter griechischer Texte, in Büchern wiedergegebener Inschriften und wissenschaftlicher oder philosophischer Zitate. Sie helfen bei der Aussprache einer rekonstruierten Form und beim Unterscheiden ähnlicher Schreibweisen. In nicht jeder antiken Inschrift stehen sie; ein Herausgeber kann sie später ergänzen.
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