Dreipunktperspektive — Kunst, 14–17
Die Dreipunktperspektive zeigt Dinge, die im Raum stark nach oben, unten oder zur Seite kippen. Sie ergänzt die zwei vertrauten Fluchtrichtungen um einen dritten Fluchtpunkt.
Die Idee
Bei der Dreipunktperspektive bleiben senkrechte Kanten nicht parallel, sondern laufen zu einem dritten Fluchtpunkt. Nutze sie, wenn du steil zu einem Turm hinauf oder von einem hohen Gebäude hinunterblickst. Das Bild wirkt dramatisch, weil dein Blick nicht mehr auf gewöhnlicher Augenhöhe liegt.
Warum es sie gibt
Die Zweipunktperspektive funktioniert gut, wenn du die Seiten einer Kiste ungefähr auf Augenhöhe siehst, aber nicht bei einem sehr hohen Gebäude von unten. Künstler brauchten eine Methode, bei der sich auch die senkrechten Kanten im Bild verändern. Der dritte Punkt löst dieses Problem, macht jede Linie aber schwieriger zu steuern.
Probiere es Schritt für Schritt
Zeichne den Horizont bei y = 300 auf eine 600-Pixel-Leinwand. Setze den linken und rechten Fluchtpunkt auf x = −400 und x = 1000 und den dritten auf (300, 1100), unter die Leinwand. Markiere eine obere Ecke bei (250, 180) und verbinde sie mit allen drei Punkten. Wähle nahe Punkte für die übrigen Ecken: So entsteht ein Block, der über dir aufzuragen scheint.
Der verlockende Fehler
Ein häufiger Fehler ist, alle senkrechten Kanten ganz gerade zu lassen, weil Gebäude in Diagrammen meist so gezeichnet werden. Das ist nachvollziehbar: Bei einem normalen Blick von der Straße kann der dritte Fluchtpunkt so weit entfernt sein, dass man die Konvergenz kaum sieht. Prüfe zuerst den Blickwinkel; neige die Senkrechten nur bei einem starken Blick nach oben oder unten.
Wo sie vorkommt
Dreipunktperspektive findest du in Comicbildern mit Wolkenkratzern, dramatischen Film-Storyboards und Spielwelten aus ungewöhnlichen Blickwinkeln. Architektinnen und Architekten können sie für einen eindrucksvollen Blick nutzen, während ein technischer Plan solche Verzerrungen meist vermeidet. Soll die Szene gewöhnlich wirken, kann dieses Mittel zu stark sein.
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