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Zeichnen, was man sieht — Kunst, 4–6 Jahre

Wenn wir genau hinschauen, kann eine Zeichnung mehr zeigen als eine schnelle Vorstellung. Beim Zeichnen echter Dinge achten Kinder auf Größe, Lage und kleine Einzelheiten.

Erst schauen, dann zeichnen

Nach Beobachtung zu zeichnen heißt, beim Zeichnen auf eine echte Sache zu schauen, statt nur aus dem Gedächtnis zu zeichnen. Wir achten auf Form, Größe, Platz und kleine Spuren. Wiederholtes Hinschauen hilft, dass die Zeichnung zum Gegenstand passt.

Warum genau hinschauen?

Eine schnelle Zeichnung macht oft alles gleich groß oder setzt Einzelheiten an die falsche Stelle. Schon lange beobachten Zeichner und Maler Gegenstände, Tiere und Orte, um zu zeigen, was wirklich da ist. Beobachten verhindert, dass ein Bild nur aus Vermutungen entsteht.

Eine Tasse auf dem Tisch

Schau zuerst auf die Tasse und stelle fest, dass sie höher als breit ist. Zeichne dann den ovalen oberen Rand und die beiden Seiten; danach kommt der Henkel rechts dazu. Schau zum Schluss wieder hin: Sitzt der Henkel etwa in der Mitte, und steht die Tasse auf der Tischlinie?

Das erinnerte Zeichen

Ein häufiger Fehler ist, eine Tasse als einfachen Kreis mit einem Strich zu zeichnen, obwohl eine echte Tasse vor uns steht. Das ist verständlich, weil unser Gehirn schnelle Zeichen für bekannte Dinge speichert. Halte kurz an und prüfe den echten Gegenstand, bevor du dem Zeichen folgst.

Künstler und Beobachter

Künstler beobachten, wenn sie eine Pflanze, ein Spielzeug oder ein Gebäude zeichnen. Das hilft auch, wenn jemand beschreibt, was auf einem Tisch liegt, oder eine Veränderung im Zimmer bemerkt. Man muss nicht jede Spur kopieren, sondern erst schauen und dann entscheiden, was gezeigt wird.

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