Gerecht bedeutet nicht immer gleich — Soziologie, 4–6 Jahre
Gerechtigkeit bedeutet, die Bedürfnisse von Menschen zu beachten und nicht nur allen genau den gleichen Anteil zu geben. Kleine Kinder begegnen dieser Idee, wenn Menschen unterschiedliche Hilfe oder unterschiedlich viel Platz brauchen.
Gerechtigkeit beachtet Bedürfnisse
Allen das Gleiche zu geben ist gleich, aber nicht immer gerecht. Gerechtigkeit fragt, ob jede Person das bekommt, was sie braucht, um mitzumachen, zu lernen oder sich sicher zu fühlen; deshalb können verschiedene Menschen unterschiedliche Unterstützung brauchen.
Warum fragen, was gerecht ist?
Menschen teilen Räume, Materialien und Aufmerksamkeit, aber sie haben nicht alle die gleichen Bedürfnisse. Nur zu fragen „Hat jeder eines bekommen?“ kann das eigentliche Problem übersehen: Hatte jeder eine faire Chance mitzumachen?
Zwei Arten zu teilen
Vier Kinder wollen ein Bilderbuch ansehen, aber eines kann nicht über die anderen hinwegsehen. Wenn jedes Kind ein gleiches Kissen bekommt, können die größeren die Sicht weiter versperren. Ein höheres Kissen für das kleinere Kind macht das gemeinsame Lesen gerechter.
Das Gleiche ist nicht immer gerecht
Es kann ungerecht wirken, wenn jemand einen anderen Gegenstand bekommt, besonders wenn wir die Stücke zählen. Diese Reaktion ist verständlich, denn gleiches Teilen ist oft gerecht; man muss aber auch prüfen, ob die andere Unterstützung einen echten Bedarf ausgleicht.
Gerechtigkeit bei Entscheidungen im Alltag
In der Schule braucht ein Kind vielleicht einen ruhigen Platz, ein anderes ein Bild oder mehr Zeit und ein weiteres Hilfe beim Öffnen einer Dose. Gerechtigkeit hilft Erwachsenen, Unterstützung so zu wählen, dass jedes Kind mitmachen kann, statt gleiche Bedürfnisse vorzutäuschen.
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