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Utilitarismus und Folgen — Philosophie, 14–17 Jahre

Der Utilitarismus beurteilt eine Handlung nach ihren gesamten Folgen für alle Betroffenen und fragt, welche Wahl das grösste Übergewicht an Wohlergehen gegenüber Schaden hervorbringt.

Das grösste allgemeine Wohlergehen

Der Utilitarismus sagt, dass die moralisch beste Wahl voraussichtlich insgesamt das meiste Wohlergehen und das wenigste Leiden für alle Betroffenen hervorbringt. Das Wohlergehen jedes Menschen zählt, nicht nur die Gefühle, Rechte oder Vorteile der entscheidenden Person.

Das Problem, das er lösen will

Manche moralischen Regeln geraten in Konflikt: Die Wahrheit zu sagen kann jemanden verletzen, während eine Lüge ihn schützen kann. Der Utilitarismus entstand, um schwierige Entscheidungen nach ihren menschlichen Folgen zu vergleichen, statt sich nur auf Tradition, Autorität oder eine feste Regel zu stützen.

Zwei Möglichkeiten vergleichen

Ein Verein hat 100 €. Möglichkeit A gibt zehn Mitgliedern je 10 Euro; Möglichkeit B kauft einem Mitglied ein Essen für 100 Euro. Ein Utilitarist fragt nach dem wahrscheinlichen Wohlergehen aller, nicht nur nach gleicher Ausgabe. Wenn zehn kleine Zahlungen insgesamt mehr helfen, kann A besser sein, doch tatsächliche Folgen und versteckte Schäden müssen geprüft werden.

Menschen zu zählen reicht nicht

Ein naheliegender Fehler ist, immer das zu wählen, was der grössten Zahl hilft, selbst wenn eine Person sehr stark leidet oder ungerecht behandelt wird. Das ist verständlich, weil sich Summen leicht vergleichen lassen. Utilitaristisches Denken muss Stärke, Dauer und Verteilung des Schadens berücksichtigen, nicht nur die Anzahl der Menschen.

Folgen bei öffentlichen Entscheidungen

Dieser Ansatz kommt vor, wenn Krankenhäuser, Gemeinden oder Familien begrenzte Möglichkeiten vergleichen und fragen, welche Wahl den meisten Menschen hilft. Er kann Entscheidungen leiten, beantwortet aber nicht jede moralische Frage: Privatsphäre, Gerechtigkeit und Versprechen können auch dann zählen, wenn die Gesamtsumme günstig wirkt.

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