Nachsilben können ein Wort verändern — Sprache, 7–10 Jahre
Sieh, wie eine Nachsilbe die Bedeutung eines Wortes oder seine Wortart verändern kann. Sprache, 7–10 Jahre.
Eine Nachsilbe kann ein neues Wort bilden
Eine Nachsilbe ist eine Buchstabengruppe am Ende eines Wortes. Sie kann ein neues Wort bilden oder seine Wortart verändern. Im Deutschen wird aus „freund“ mit „-lich“ „freundlich“, und aus „schnell“ mit „-er“ „Schneller“. Das Grundwort gibt einen Hinweis auf die Bedeutung.
Warum Wortfamilien bilden?
Wir müssen neue Personen, Eigenschaften und Tätigkeiten benennen, ohne jedes Mal ein völlig anderes Wort zu erfinden. Nachsilben erweitern eine Wortfamilie und zeigen Verbindungen zwischen Ideen. Sie sind hilfreiche Hinweise, geben aber nicht bei jedem Wort die genaue Bedeutung.
Von „freund“ zu „freundlich“
Wir beginnen mit „freund“, einer Eigenschaft. Wir fügen „-lich“ hinzu: freund + lich = freundlich. „Freundlich“ beschreibt nun, wie jemand handelt, zum Beispiel: „Die freundliche Nachbarin half uns.“ Die Nachsilbe hat die Wortart verändert.
Eine Nachsilbe ist kein sicherer Code
Man möchte leicht jedes Wortende abtrennen und die Bedeutung erraten. Das kann schiefgehen: In „Mutter“ steckt „-er“, aber es bezeichnet keine Person, die „muttet“. Der Fehler ist verständlich, weil viele Nachsilben tatsächlich helfen. Prüfe das ganze Wort und den Satz.
Ein unbekanntes Wort erraten
Wenn ein Buch ein unbekanntes Wort enthält, kann seine Nachsilbe einen ersten Hinweis geben. „Sorglos“ beschreibt vermutlich jemanden oder etwas ohne Sorge; „sorgfältig“ beschreibt eine Art zu handeln. Prüfe deine Vermutung danach mit dem Satz und einem Wörterbuch.
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