Römische Datumsangaben: von festen Tagen rückwärts zählen — 14–17
Die Römer nummerierten einen Monat gewöhnlich nicht einfach vom 1. bis zum 30. Sie zählten um Kalenden, Nonen und Iden herum und verwendeten dabei eine inklusive Zählung, durch die ihre Daten rückwärts wirken.
Die drei Bezugstage eines römischen Monats
Ein römischer Monat hatte drei benannte Bezugstage. Die Kalenden waren der erste Tag; die Nonen fielen auf den 5., in März, Mai, Juli und Oktober auf den 7.; die Iden auf den 13., in diesen vier Monaten auf den 15. Andere Daten zählte man bis zum nächsten Bezugstag und schloss beide Enden ein.
Warum die Römer so zählten
Das System entstand aus einem Kalender, der sich an sichtbaren Monatsmarken orientierte, wahrscheinlich an Mondphasen und religiösen Bekanntmachungen. Man konnte „drei Tage vor den Iden“ sagen, ohne einen Tagesnummer zu nennen. Das passte zu einer Kultur, in der Priester, Beamte und Familien die Zeit mit gemeinsamen Bezugspunkten angaben, nicht mit gedruckten Monatsrastern.
Schritt für Schritt: der 13. März
Nimm a.d. III Idus Martias. Erstens fallen die Iden im März auf den 15. Zweitens bedeutet a.d. ante diem, „vor dem Tag“, und III „dritter Tag“. Zähle inklusiv: Der 13. ist eins, der 14. zwei und der 15. drei. Also bedeutet a.d. III Idus Martias „13. März“, nicht „12. März“.
Falle: wie in einem modernen Kalender zu zählen
Der naheliegende Fehler ist, drei von 15 abzuziehen und 12 zu erhalten. Das ergibt Sinn, wenn „drei Tage vorher“ drei vollständig vergangene Tage meint. Die römische Zählung schloss aber den Bezugstag und den Anfangstag ein: Der 13., 14. und 15. sind also drei Tage. Finde beim Übersetzen zuerst den Bezugstag und zähle dann inklusiv.
Wo römische Daten noch wichtig sind
Römische Datumsangaben begegnen dir in Geschichtswerken, Inschriften, Rechtstexten und bei Ereignissen wie den Iden des März. Museen und Ausgaben lassen die ursprüngliche Formulierung oft unübersetzt, sodass das Datum Teil der Quelle ist. Wenn du es richtig liest, kannst du einen Erlass, eine Schlacht oder einen Brief zeitlich einordnen, statt die Angabe nur als Schmuck zu sehen.
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