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Indirekte Fragen im Lateinischen — Alte Sprachen, 14–17 Jahre

Lerne, wie sich eine Frage verändert, wenn sie Teil eines Berichts, Gedankens oder Zweifels wird.

Eine Frage in einem Satz

Eine direkte Frage lautet: Quid facis? – „Was tust du?“ Eine indirekte Frage berichtet diese Frage als Teil eines größeren Satzes: Nescio quid facias – „Ich weiß nicht, was du tust.“ Latein verwendet ein Fragewort oder -ne, setzt das Verb in den Konjunktiv und setzt innerhalb des Berichts kein Fragezeichen.

Warum sich das Verb verändert

Eine direkte Frage steht für sich und erwartet eine Antwort. Eine indirekte Frage wird durch die Sicht einer Person vermittelt, die etwas weiß, sich wundert, sich erinnert oder fragt. Latein zeigt diese Abhängigkeit mit dem Konjunktiv: facias ist also weder ein neuer Befehl noch eine selbstständige Frage, sondern Teil von nescio.

Eine Frage in einen Bericht verwandeln

Beginne mit: Ubi habitat? – „Wo wohnt er?“ Füge das Berichtsverb hinzu: Scio – „Ich weiß“. Verbinde beides mit ubi, lass das Subjekt „er“ unausgesprochen und ändere habitat zu habitet, Präsens-Konjunktiv: Scio ubi habitet. Die ganze Bedeutung lautet „Ich weiß, wo er wohnt“, nicht „Ich weiß: Wo wohnt er?“

Die Falle der direkten Frage

Es ist verlockend, das ursprüngliche Verb unverändert zu lassen, weil die Übersetzung fast gleich aussieht. Doch Latein zeigt einen Wechsel der Perspektive, nicht bloß das Zusammenfügen zweier Sätze. Suche zuerst ein Verb des Wissens, Fragens oder Sich-Fragens; dann behandle die Frage als abhängig und suche den Konjunktiv.

Fragen in echten Texten

Geschichten, Briefe und Reden berichten oft, wer fragt, was geschehen ist, wer sich erinnert, wer kam, oder ob ein Heer zurückkehren wird. Indirekte Fragen lassen den Autor all das erzählen, ohne die Handlung für jede Frage anzuhalten. Bewahre beim Übersetzen den Zweifel oder die Neugier; mache daraus keine schlichte Aussage.

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