Adjektive im Lateinischen vergleichen — Alte Sprachen, 14–17
Lerne, wie Latein sagt, dass etwas größer ist oder dass etwas von allen am größten ist. Alte Sprachen, 14–17 Jahre.
Drei Stufen des Beschreibens
Lateinische Adjektive können eine Sache mit einer anderen vergleichen. Die Grundform sagt „hell“, der Komparativ „heller“ und der Superlativ „am hellsten“ oder „sehr hell“. Die Endung zeigt, welche Stufe gemeint ist.
Warum den Vergleich sichtbar machen?
Ein Satz braucht oft mehr als eine Eigenschaft: Er soll einen Gegensatz oder eine Rangfolge ausdrücken. „Die Straße ist lang“ sagt nicht, ob eine andere Straße länger ist. Latein entwickelte besondere Formen, damit eine kurze Endung dieses Verhältnis zeigt, statt nur ein eigenes Wort wie „mehr“ zu verwenden.
Ein Vergleich, Schritt für Schritt
Nehmen wir altus, „hoch“. Erstens bedeutet altior „höher“: alt- ist der Stamm und -ior kennzeichnet den Komparativ. In mons altior est, „der Berg ist höher“, stimmt das Adjektiv mit mons in Geschlecht, Zahl und Fall überein; für „der höchste Berg“ heißt es mons altissimus est.
Das verlockende Zusatzwort
Es liegt nahe, „mutiger“ mit magis fortior zu übersetzen, weil man im Deutschen „mehr“ braucht. Meist ist das unnötig: fortior bedeutet schon „mutiger“. Der Fehler ist verständlich, denn manche lateinischen Adjektive verwenden tatsächlich magis, besonders wenn ihre normale Vergleichsform ungebräuchlich ist.
Ranglisten, Bewertungen und Überschriften
Dieselbe Idee begegnet uns beim Ordnen von Möglichkeiten: ein schnellerer Zug, ein günstigerer Tarif oder das beste Ergebnis. Lateinische Texte verwenden solche Formen in Argumenten, Geschichten und Beschreibungen, wenn der Autor einen Unterschied oder einen Sieger hervorheben will. Die Grammatik zeigt also auch das Urteil des Autors, nicht nur eine Eigenschaft.
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