Translation: Ein Protein aus RNA bauen — Biologie, 14–17
Bei der Translation liest ein Ribosom eine RNA-Nachricht und verbindet Aminosäuren in der richtigen Reihenfolge. Diese Reihenfolge ist wichtig, weil sie die Form und Aufgabe des Proteins beeinflusst.
Ein Ribosom liest Wörter aus drei Buchstaben
Ein Ribosom bewegt sich an der Boten-RNA entlang und liest die Basen in Dreiergruppen. Jede Gruppe, ein Codon, steht für eine Aminosäure oder für ein Start- beziehungsweise Stoppsignal. Transfer-RNA bringt passende Aminosäuren, sodass eine Kette entsteht, die sich zu einem funktionsfähigen Protein falten kann.
Warum die Nachricht entschlüsselt werden muss
RNA verwendet eine Basenfolge, Proteine aber eine Folge von Aminosäuren: Das sind verschiedene chemische Sprachen. Die Translation löst das Problem, die eine Folge in die andere umzusetzen. Der genetische Code macht das möglich; mehrere Codons können dieselbe Aminosäure bedeuten, drei markieren das Ende.
AUG–GGC–UAA lesen
Beginne mit der Boten-RNA-Folge AUG–GGC–UAA. AUG sagt dem Ribosom zuerst, dass es starten soll, und fügt Methionin hinzu. GGC fügt danach Glycin hinzu. UAA ist schließlich ein Stopcodon und fügt keine Aminosäure hinzu. Das kurze Produkt lautet also Methionin–Glycin, nicht drei Aminosäuren.
„Ein Codon entspricht einem Gen“
Leicht verwechselt man die Größenordnungen: Ein Codon besteht aus drei RNA-Basen, ein Gen aber aus einem viel längeren DNA-Abschnitt, der ein ganzes Protein oder einen Teil davon mitbestimmen kann. Ein Codon steht meist für eine Aminosäure, ein Gen enthält jedoch viele Codons und Steuersignale.
Von Genen zu Medikamenten
Viele Medikamente sind Proteine, die von Zellen oder veränderten Mikroben hergestellt werden. Forschende können ein menschliches Gen in Bakterien einsetzen; deren Ribosomen übersetzen dann die RNA und erzeugen etwa Insulin. Das Protein muss sich noch richtig falten und gereinigt werden, bevor es sicher eingesetzt werden kann.
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