Natürliche Selektion verändert Populationen — Biologie, 14–17 Jahre
Individuen unterscheiden sich, einige Unterschiede sind vererbbar und Ressourcen sind begrenzt. Wenn ein vererbbarer Unterschied Überleben oder Fortpflanzung beeinflusst, kann er über Generationen häufiger werden.
Populationen, nicht Individuen, evolvieren
Natürliche Selektion bedeutet, dass sich über Generationen die Häufigkeit vererbbarer Merkmale in einer Population verändert. Individuen unterscheiden sich bereits voneinander. Hilft ein Unterschied in einer bestimmten Umwelt beim Überleben oder bei der Fortpflanzung, können die zugehörigen Genvarianten häufiger werden. Die Umwelt filtert vorhandene Unterschiede; sie plant Organismen nicht.
Welches Problem erklärt das?
Arten scheinen oft erstaunlich gut zu ihrer Umgebung zu passen, doch Umgebungen verändern sich und kein Individuum kennt die Zukunft. Natürliche Selektion erklärt, wie nützliche Merkmale sich ausbreiten können, ohne dass jemand jedes einzelne auswählt. Die Idee entstand aus Beobachtungen von Variation, Fossilien und lebenden Arten, besonders aus Darwins Vergleichen und der Zuchtwahl.
Beispiel: die Färbung von Birkenspannern
Stell dir eine Population mit 80 hellen und 20 dunklen Birkenspannern vor. Auf heller Baumrinde entdecken Vögel 15 dunkle, aber nur 8 helle Tiere; deshalb überleben mehr helle Tiere zur Fortpflanzung. In der nächsten Generation können Gene für die helle Färbung häufiger sein. Die Vögel verfolgten kein Ziel, und kein Falter änderte seine Farbe während seines Lebens.
Falle: Organismen passen sich an, weil sie es brauchen
Das klingt verständlich, weil Menschen ihren Körper trainieren können, wenn sie etwas brauchen. Ein Tier erzeugt jedoch nicht einfach durch sein Bedürfnis eine vererbbare Veränderung. Mutation und Neukombination schaffen zuerst Unterschiede; anschließend verändert Selektion deren Häufigkeit. Training verändert ein Individuum, ist aber nicht dasselbe wie vererbte Evolution.
Wo das vorkommt
Natürliche Selektion hilft, Antibiotikaresistenz zu erklären. In einer Bakterienpopulation können einige Zellen bereits eine Mutation besitzen, die ein Medikament weniger wirksam macht. Das Antibiotikum tötet viele andere, während sich diese Zellen vermehren; dadurch kann Resistenz häufig werden. Deshalb sind vollständige verordnete Behandlungen und neue Medikamente wichtig, auch wenn keine Behandlung jedes Risiko beseitigt.
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