Endokrine Signalübertragung: Hormone koordinieren den Körper — 14–17
Hormone transportieren Botschaften durch das Blut und verändern, was Zielzellen tun. So lassen sich langsamere, länger anhaltende Abläufe wie Pubertät, Stress und die Regulation des Blutzuckers verstehen.
Eine Botschaft, die reist
Ein Hormon ist eine chemische Botschaft, die von einer Zellgruppe abgegeben und meist durch das Blut zu bestimmten Zielzellen transportiert wird. Nur Zellen mit dem passenden Rezeptor reagieren, ähnlich wie ein Schlüssel in ein Schloss passt. Deshalb kann ein Hormon überallhin gelangen, ohne jedes Gewebe zu beeinflussen.
Warum Hormone verwenden?
Der Körper muss oft mehrere Organe gleichzeitig verändern, aber Nervensignale sind nicht die einzige Lösung. Hormone bieten ein langsameres Verteilsystem für Veränderungen, die Minuten, Tage oder Jahre dauern können, etwa Wachstum oder Pubertät. Die Idee entstand bei der Untersuchung von Drüsen, deren Absonderungen auch wirkten, wenn Nerven die Botschaft nicht weiterleiten konnten.
Blutzucker nach einer Mahlzeit
Stell dir vor, der Blutzucker steigt nach einer Mahlzeit von 5 auf 8 mmol/L. Zellen der Bauchspeicheldrüse erkennen den Anstieg und geben Insulin ab. Insulin bindet an Rezeptoren von Muskel- und Leberzellen; diese nehmen mehr Glucose auf oder speichern sie, sodass der Wert wieder gegen 5 mmol/L sinkt. Die Botschaft wird schwächer, sobald die Veränderung korrigiert ist.
Der verständliche Irrtum
Man könnte meinen, ein Hormon wirke auf jede Zelle, weil es durch das ganze Blut gelangt. Das klingt logisch: Die Botschaft kommt an allen Organen vorbei. Aber der Rezeptor ist entscheidend. Ohne passenden Rezeptor kann eine Zelle die Botschaft nicht lesen, so wie ein Telefon keinen Anruf für eine andere Nummer empfängt.
Wo es vorkommt
Endokrine Signalübertragung erklärt, wie eine Antibabypille den Eisprung verändern kann, warum Adrenalin den Körper bei Gefahr schnell umstellt und weshalb Diabetes mit der Blutzuckerregulation zusammenhängt. Ärztinnen und Ärzte messen Hormonwerte und verwenden hormonähnliche Medikamente, doch Nebenwirkungen sind möglich, wenn mehrere Gewebe dieselben Rezeptoren besitzen.
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