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Verlustaversion: Verlieren kann sich schlimmer anfühlen als Gewinnen — Psychologie, 11–13 Jahre

Die gleiche Menge kann sich unterschiedlich anfühlen, je nachdem, ob wir sie gewinnen oder verlieren.

Verluste fallen stärker auf

Menschen reagieren oft stärker darauf, etwas zu verlieren, als dasselbe zu gewinnen. 5 € zu verlieren kann mehr ärgern, als 5 € zu finden Freude macht. Das bedeutet nicht, dass alle gleich reagieren oder ein Verlust immer stärker ist; es ist ein häufiges Muster.

Warum Verluste so wichtig wirken

Nahrung, Schutz, Geld und hilfreiche Beziehungen zu bewahren war immer wichtig, um sicher zu bleiben. Deshalb kann ein schnelles Warnsystem vor möglichen Verlusten nützlich sein. Es kann aber auch einen kleinen Rückschlag riesig wirken lassen oder uns eine vernünftige Wahl meiden lassen, nur weil ein möglicher Verlust dazugehört.

Ein faires Spiel

Du kannst wählen: 10 € behalten oder eine Münze werfen und entweder 20 € gewinnen oder 10 € verlieren. Das durchschnittliche Ergebnis beträgt 5 €: (20 − 10) ÷ 2. Trotzdem kann das Spiel unattraktiv wirken, weil der Verlust von 10 € stärker schmerzt als der Gewinn von 10 € freut. Schreibe beide Ergebnisse auf, um Gefühl und Rechnung zu trennen.

Die Falle: „Die sicherere Wahl ist immer besser“

Einen möglichen Verlust zu vermeiden klingt vernünftig, weil man sich die Gefahr leicht vorstellen kann. Doch jede unsichere Möglichkeit abzulehnen kann auch einen lohnenden Gewinn kosten. Die sorgfältige Frage lautet nicht „Kann ich verlieren?“ – fast jede Wahl birgt ein Risiko –, sondern „Wie groß sind die möglichen Folgen, und kann ich sie tragen?“

Wo das vorkommt

Verlustaversion kann beeinflussen, ob wir ein ungewolltes Geschenk zurückgeben, etwas Neues ausprobieren oder nach verlorenen Punkten weiterspielen. Sie zeigt sich auch in Werbung mit „Verpass es nicht!“. Wenn man möglichen Gewinn und möglichen Verlust getrennt benennt, lässt sich die Wahl fairer prüfen.

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