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Bestätigungsfehler — Psychologie, 14–17 Jahre

Oft bemerken und erinnern wir Belege, die unsere bestehende Meinung stützen, stärker als Belege dagegen. Wer diese Neigung erkennt, kann besser urteilen, ohne so zu tun, als wäre er völlig neutral.

Durch eine bevorzugte Linse schauen

Der Bestätigungsfehler ist die Neigung, Informationen so zu suchen, zu deuten und zu erinnern, dass sie zu einer bestehenden Überzeugung passen. Das kann Meinungen über eine Person, ein Fach, eine Gesundheitsbehauptung oder eine Nachricht betreffen. Die Überzeugung kann als vernünftige Vermutung beginnen; Gegenbelege werden dann leichter abgetan.

Warum der Kopf das tut

Die Welt liefert mehr Informationen, als jemand prüfen kann; deshalb nutzt der Kopf Abkürzungen, um Aufmerksamkeit zu verteilen. Was zur eigenen Meinung passt, überrascht weniger und schützt oft Identität oder Zugehörigkeitsgefühl. Die Psychologie untersucht diese Neigung, weil selbstsicheres Denken nicht dasselbe ist wie richtiges Denken, besonders bei unvollständigen Belegen.

Eine Überzeugung fair prüfen

Nehmen wir an, du glaubst, Musik verbessere immer das Lernen. Schritt 1: Notiere Ergebnisse mit und ohne Musik, nicht nur deine besten Sitzungen. Schritt 2: Halte Aufgabe und Zeit möglichst ähnlich. Schritt 3: Lege vor dem Nachsehen fest, welches Ergebnis gegen deine Überzeugung sprechen würde. Schritt 4: Vergleiche alle Ergebnisse, auch die weniger erfolgreichen Sitzungen.

Zu glauben, immun zu sein

Ein verständlicher Fehler ist, den Bestätigungsfehler bei anderen zu erkennen, die eigene Sicht aber für objektiv zu halten. Das geschieht, weil passende Belege einfach wie Belege wirken, während der eigene Filter schwer zu bemerken ist. Sinnvoll ist nicht, jeder Überzeugung zu misstrauen, sondern starke Gegenbeispiele zu suchen und zu fragen, was die Meinung ändern könnte.

Bessere Entscheidungen online und im Alltag

Bevor du einen überraschenden Beitrag teilst oder in einem Streit Partei ergreifst, suche eine zuverlässige Quelle mit einer anderen Sicht und formuliere deren stärkstes Argument. Vergleiche, wie beide Quellen Belege verwenden, nicht nur, welche selbstsicherer klingt. Das hilft bei Freundschaften, Käufen, Gesundheitsentscheidungen und öffentlichen Debatten, in denen eine schnelle Reaktion eine schwache Behauptung verstärken kann.

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