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Was macht etwas gerecht? — Philosophie, 7–10 Jahre

Gerecht zu sein bedeutet nicht immer, allen genau dasselbe zu geben. Es bedeutet, eine Regel zu finden, die wichtige Bedürfnisse, Reihenfolgen und Verantwortlichkeiten berücksichtigt.

Idee: Gerechtigkeit braucht einen Grund

Eine gerechte Regel erklärt, warum Menschen auf eine bestimmte Weise an die Reihe kommen, Hilfe, Freiheit oder Verantwortung erhalten. Gleichbehandlung kann fair sein, wenn Menschen in ähnlichen Situationen sind; unterschiedliche Bedürfnisse können aber ebenfalls zählen. Die Frage lautet nicht nur: „Bekamen alle dasselbe?“, sondern auch: „War der Unterschied wichtig?“

Warum über Gerechtigkeit nachdenken?

Gruppen brauchen Regeln, um begrenzte Dinge wie Zeit, Platz und Aufmerksamkeit zu teilen. Ohne eine begründete Vorstellung von Gerechtigkeit entscheidet sonst vielleicht die lauteste Stimme oder wer zuerst zugreift. Menschen diskutieren seit Jahrhunderten über Gerechtigkeit, weil Regeln echte Leben beeinflussen und einer Person helfen können, während sie eine andere schlecht behandeln.

Beispiel: drei Kinder, zwei Tablets

Drei Kinder brauchen zwei Tablets, jeweils zehn Minuten lang. Einem Kind ein Tablet für die ganze Zeit zu geben, ist nicht gleich. Jedem fünf Minuten zu geben ist gleich, aber die Aufgabe braucht vielleicht zehn Minuten pro Person. Ein fairer Plan kann jedem Kind nacheinander zehn Minuten geben, während Wartende eine andere Aufgabe haben. Der Grund ist gleicher Zugang über die gesamte Zeit.

Falle: gerecht mit identisch verwechseln

„Alle bekommen genau dasselbe“ wirkt gerecht, weil alle gleich behandelt werden und man es leicht zählen kann. Ein Kind, das ein hohes Regal nicht erreicht, braucht aber vielleicht eine Trittstufe statt denselben leeren Platz wie die anderen. Entscheidend ist, ob die zusätzliche Hilfe einem echten Bedürfnis entspricht und einer Regel folgt, die andere akzeptieren könnten.

Nutzen: Zeit und Material teilen

Gerechtigkeit hilft, wenn eine Familie einen Bildschirm teilt, eine Klasse wenige Instrumente benutzt oder Freunde die Reihenfolge in einem Spiel festlegen. Zählt, was begrenzt ist, fragt, welche Unterschiede wichtig sind, und macht die Regel für alle sichtbar. Eine faire Regelung kann trotzdem jemanden enttäuschen, darf aber niemanden aus einem sachfremden Grund bevorzugen.

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