Aus Hinweisen schlussfolgern — Literatur, 11–13 Jahre
Oft muss man verstehen, was ein Text andeutet, ohne es direkt zu sagen. Schlussfolgern bedeutet, Textdetails mit vernünftigem Denken zu verbinden.
Idee: Zwischen den Zeilen lesen
Eine Schlussfolgerung entsteht aus Hinweisen, auch wenn der Autor etwas nicht deutlich ausspricht. Du verbindest, was der Text zeigt, mit deinem Vorwissen, bleibst aber bei den Hinweisen.
Warum man es braucht
Ein Autor kann nicht jeden Gedanken, jedes Gefühl und jede Tatsache erklären, ohne die Geschichte schwerfällig zu machen. Leser mussten schon immer kleine Lücken füllen, besonders bei mündlichen Erzählungen. So wird Lesen aktiv.
Beispiel Schritt für Schritt
Im Text steht: „Mina hielt die Geburtstagskarte hinter ihrem Rücken. Als Tom hereinkam, sah sie zu Boden und sagte: ,Ich habe es vergessen.‘“ Sammle zuerst die Hinweise: verstecken, Blick vermeiden und diese Worte. Daraus folgt wahrscheinlich, dass Mina sich schuldig oder beschämt fühlt, mehr lässt der Text noch nicht sicher zu.
Falle: Ohne Hinweise raten
Es ist verständlich, jede mögliche Idee für eine gute Schlussfolgerung zu halten. Weil Geschichten Lücken lassen, füllt die Fantasie sie schnell. Zeige deshalb die genauen Wörter oder Handlungen, die deine Idee stützen, und nenne alles Weitere nur eine Möglichkeit.
Wo es hilft
Schlussfolgern hilft bei Anleitungen, Nachrichten, Werbung und Mitteilungen, weil ein Teil der Bedeutung nur angedeutet wird. Wenn ein Schild einen nassen Boden meldet und Menschen darum herumgehen, erkennst du, dass du ihn meiden solltest, auch ohne „Hier nicht betreten“.
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