Wie Gesprächstherapie ungünstige Denkmuster verändern kann — Gesundheit, 14–17 Jahre
Gedanken können sich wie Tatsachen anfühlen, besonders bei starker Angst oder niedergedrückter Stimmung. Gesprächstherapie kann helfen, Muster zu erkennen, sie mit Belegen zu prüfen und andere Reaktionen zu üben, ohne so zu tun, als sei jedes Problem nur eine Frage der Einstellung.
Bemerken, prüfen, üben
Manche Denkmuster kommen sofort: „Ich werde bestimmt scheitern“ oder „Alle haben meinen Fehler bemerkt.“ Therapie verlangt keine fröhlichen Gedanken. Sie bremst das Muster, trennt eine Vorhersage von einer Tatsache und sucht eine ausgewogenere Reaktion. Wiederholung kann neue Reaktionen zugänglicher machen.
Warum es sich lohnt, Muster zu untersuchen
Das Problem ist, dass ein schneller Gedanke ein Gefühl und eine Handlung auslösen kann, bevor man ihn prüft. Vermeidung kann kurzfristig erleichtern, dem Gehirn aber beibringen, die Situation sei wirklich gefährlich gewesen. Das Untersuchen des Musters schafft die Möglichkeit, aus umfassenderen Belegen zu lernen.
Eine ängstliche Vorhersage prüfen
Ein Schüler denkt: „Wenn ich eine Frage stelle, werden alle lachen.“ Zuerst notiert er die Vorhersage und wie sicher sie sich anfühlt, etwa 80 Prozent. Dann stellt er die Frage in einer sicheren Unterrichtssituation und hält fest, was passiert: Vielleicht antwortet jemand und niemand lacht. Der Gedanke verschwindet nicht unbedingt, aber das Gehirn hat Belege gegen seine Gewissheit.
Ausgewogen bedeutet nicht positiv
Es ist verständlich, erzwungenen Optimismus abzulehnen: „Alles wird perfekt“ kann bei einem echten Problem falsch klingen. Ziel ist nicht, jeden schwierigen Gedanken durch einen fröhlichen zu ersetzen. Er soll genauer werden, etwa: „Das kann schwierig sein, aber ein Fehler entscheidet nicht über alles.“
Wissen, wann man Hilfe braucht
Diese Fähigkeiten können bei alltäglichen Sorgen helfen. Anhaltende Angst, niedergedrückte Stimmung, Gedanken an Selbstverletzung oder Schwierigkeiten im Alltag verdienen jedoch Unterstützung durch eine vertraute erwachsene Person oder eine Fachkraft. Therapie ist keine Willensprüfung. Bei unmittelbarer Gefahr wähle den Notruf.
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