Kartografische Projektionen — Geografie, 11–13 Jahre
Wie die runde Erde auf einer flachen Karte dargestellt wird und warum jede Karte etwas verändert.
Eine flache Karte ist eine Entscheidung
Die Erde ist fast kugelförmig, eine Karte aber flach. Wenn man ihre Oberfläche auf Papier oder einen Bildschirm überträgt, müssen sich irgendwo Formen, Entfernungen, Richtungen oder Flächen verändern. Eine Kartenprojektion legt fest, wie das geschieht.
Warum brauchen wir sie?
Menschen brauchten Karten zum Navigieren, Reisen, Vermessen und Vergleichen, konnten einen Globus aber nicht ohne Falten oder Risse flach drücken. Für verschiedene Aufgaben zählt etwas anderes: Eine Seefahrerkarte bewahrt vielleicht Richtungen, eine Länderkarte eher Flächen. Keine Projektion ist für alles perfekt.
Ein Land, das zu groß wirkt
Auf einer üblichen Weltkarte wirkt Grönland fast so groß wie Afrika. Vergleiche die echten Flächen: Grönland hat etwa 2,2 Millionen km², Afrika etwa 30,4 Millionen. Afrika ist also ungefähr vierzehnmal größer. Die Karte dehnt Gebiete nahe den Polen, deshalb täuscht der Eindruck.
Die Karte lügt nicht
Es ist verständlich, Größen und Formen einer Weltkarte für genau zu halten, weil sie vermessen und präzise aussieht. Das Problem ist nicht, dass die Karte nutzlos oder unehrlich wäre: Eine gekrümmte Oberfläche kann nicht ohne Verzerrung flach gezeigt werden. Prüfe deshalb vor Vergleichen die Projektion.
Eine passende Karte wählen
Eine Wetterkarte, ein U-Bahn-Plan und eine Weltkarte für den Unterricht müssen nicht genau dasselbe zeigen. Eine Wetterkarte kann klare Flächen für Stürme bevorzugen, eine Navigationskarte dagegen verlässliche Richtungen. Frage beim Lesen einer Karte immer, wofür sie entworfen wurde.
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