Gesten und kulturelle Gepflogenheiten — Fremdsprachen, 11–13
Wörter sind nur ein Teil einer Botschaft: Auch Gesten, Abstand, Schweigen und Alltagsgewohnheiten können etwas bedeuten. Wenn du Unterschiede bemerkst, beurteilst du andere nicht vorschnell nach den Regeln deiner eigenen Kultur.
Idee
Zur Kommunikation gehören auch Zeichen ohne Wörter: eine Begrüßung, Blickkontakt, persönlicher Abstand, eine Pause oder das Anbieten von Essen. Ihre Bedeutung lernt man in einer Gemeinschaft; dieselbe Handlung kann daher je nach Ort freundlich, unhöflich, schüchtern oder normal wirken.
Warum es wichtig ist
Im Sprachunterricht lernst du vielleicht den richtigen Satz, aber nicht jede örtliche Erwartung dazu. Dieses Wissen verhindert, dass eine Pause oder eine andere Begrüßung zu „Die mögen mich nicht“ wird; frage dich lieber: „Kann das hier anders sein?“
Beispiel
Jemand, bei dem du zu Gast bist, bietet dir mehr Essen an. Zuerst beachtest du das Angebot und deine Gewohnheit: Vielleicht lehnst du aus Höflichkeit einmal ab. Beobachte dann, was die Person und andere tun, oder frage nach. Antworte klar: „Ja, bitte“ oder „Nein, danke“.
Typischer Fehler
Der Fehler ist, die eigene Gepflogenheit für eine allgemeine Regel zu halten: „Kein Blickkontakt bedeutet Unehrlichkeit“ oder „Schweigen bedeutet Wut“. Das ist verständlich, weil vertrautes Verhalten neutral wirkt. Bleib mit deiner Deutung vorsichtig und frage höflich nach.
Wo es hilft
Das ist auf Reisen, in internationalen Online-Gruppen, bei Austauschbesuchen und in Filmen wichtig, bei denen deine eigene Kultur keine sichere Hilfe ist. Du musst nicht jede Sitte auswendig lernen: Beobachte Unterschiede, bleib respektvoll und lass dir zeigen, was passt.
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