MyLeoNes™

Verneinung und Geltungsbereich — Fremdsprachen, 14–17 Jahre

Wörter wie not, never und nobody machen einen Satz nicht nur negativ: Ihre Stellung kann bestimmen, was genau verneint wird. Deshalb führen kleine Änderungen manchmal zu überraschend verschiedenen Bedeutungen.

Was genau wird verneint?

Eine Verneinung kann eine ganze Aussage oder nur einen Teil davon betreffen. «I didn’t call Sam» verneint normalerweise den Anruf, während «I called not Sam but Lee» die angerufene Person verneint. Stellung und Betonung zeigen den Geltungsbereich.

Warum ist der Geltungsbereich wichtig?

Zuhörende müssen wissen, welcher Teil einer Aussage zurückgewiesen wird, nicht nur, dass etwas falsch ist. Sprachen lösen das mit Wortstellung, besonderen Negationswörtern, Betonung oder Kontext, und nicht alle tun es gleich. Wer das Muster kennt, lässt eine Korrektur nicht wie eine völlige Ablehnung klingen.

Ein Satz, zwei Lesarten

Nimm den Satz «Everyone didn’t submit the form». Erste Lesart: Niemand hat ihn abgegeben; «everyone» gehört zur negativen Aussage. Zweite Lesart: Nicht alle haben ihn abgegeben, einige aber schon; der Satz ist ungenau. Eindeutig sind «No one submitted» oder «Not everyone submitted».

Not Wort für Wort übersetzen

Es ist nachvollziehbar, das Wort für «not» dort einzusetzen, wo es in der Erstsprache steht. Doch Negationssysteme unterscheiden sich: Englisch verwendet oft do-support, andere Sprachen verändern vielleicht das Verb, nutzen zwei Negationswörter oder setzen die Verneinung an eine andere Stelle. Wortstellung allein kann den Sinn verfehlen.

Klare Nachrichten

Der Geltungsbereich ist in Anweisungen, Nachrichten und Online-Diskussionen wichtig. «The update does not affect all users» bedeutet, dass einige betroffen sein können, «The update affects no users» dagegen, dass niemand betroffen ist. Bei folgenreichen Missverständnissen ist ein eindeutiger Satz besser als Betonung oder Kontext.

Weiter erkunden

Andere Sprachen

MyLeoNes™ wird geladen…