Universelle Regeln — Ethik, 14–17 Jahre
Eine persönliche Regel prüfen, indem man fragt, ob alle sie ohne Widerspruch befolgen könnten.
Könnten das alle tun?
Bei einem Test auf eine universelle Regel formulierst du die Regel hinter deiner Handlung und stellst dir vor, dass alle sie in ähnlichen Situationen anwenden. Wenn die Regel die Praxis zerstört, von der sie abhängt, oder andere als Ausnahmen eines Maßstabs behandelt, den du für dich ablehnst, muss sie überdacht werden. Der Test prüft Folgerichtigkeit, nicht Beliebtheit.
Warum sich selbst nicht zur Ausnahme machen?
Das Problem ist Parteilichkeit: Man kann für sich eine bequeme Regel erfinden, während man von anderen eine strengere verlangt. Immanuel Kant entwickelte einen solchen Test mit der Frage, ob eine Maxime das Handeln aller leiten könnte. Er schützt die Idee, dass moralische Gründe nicht nur deshalb anders werden dürfen, weil wir selbst handeln.
Das geliehene Handy
Nehmen wir an, deine Regel lautet: „Ich darf das Handy eines Freundes nehmen, ohne zu fragen, wenn ich es möchte.“ Verallgemeinert bedeutet das: Alle dürfen jederzeit die Handys anderer nehmen. Das Vertrauen beim Verleihen würde verschwinden, und die Regel würde den Sinn des Leihens zerstören. Eine bessere Regel lautet: „Frage, bevor du fremdes Eigentum nimmst, außer bei einer unmittelbaren Sicherheitsgefahr.“
Ein universeller Test ist kein Spruch
Ein häufiger Fehler ist, eine Regel in einen extremen Spruch zu verwandeln, etwa „Nimm niemals fremdes Eigentum“, und jede Ausnahme für falsch zu erklären. Das wirkt sicher, weil einfache Regeln leicht zu merken sind. Der echte Test berücksichtigt die wichtigen Umstände und fragt, ob derselbe Grund alle fair leiten könnte, auch in Notfällen.
Regeln in gemeinsam genutzten Räumen
Bevor du eine Gruppenregel aufstellst, eine Ressource im Klassenraum teilst oder ein Versprechen gibst, frage dich, ob du dieselbe Regel akzeptieren würdest, wenn jemand anderes davon profitiert. So können doppelte Maßstäbe in Freundschaften, Teams und Onlinegemeinschaften sichtbar werden. Das Zuhören gegenüber den Betroffenen ersetzt dieser Test nicht.
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