Zuhören, bevor man entscheidet — Ethik, 4–6 Jahre
Ein kurzer Blick kann eine Geschichte eindeutig wirken lassen, obwohl wir vielleicht nicht wissen, was geschehen ist. Jeder Person zuzuhören, bevor wir entscheiden, hilft uns, niemanden für ein Missgeschick oder ein Missverständnis zu beschuldigen.
Was zuhören, bevor man entscheidet, bedeutet
Wenn etwas schiefgeht, kann es mehrere Seiten der Geschichte geben. Zuhören, bevor man entscheidet, heisst innezuhalten, zu fragen, was passiert ist, und Menschen ohne Unterbrechung sprechen zu lassen. Der Schaden bleibt wichtig, aber wir warten mit der Entscheidung, wer unachtsam oder gemein war.
Warum wir zuerst zuhören
Wenn wir nach einem kurzen Blick entscheiden, können wir die falsche Person bestrafen oder ein kleines Problem verschlimmern. Menschen haben gelernt, verschiedene Berichte anzuhören, weil Erinnerung, Standort und Zeitpunkt verändern können, was jemand gesehen hat. Erst zuzuhören verhindert ungerechte Schuldzuweisungen, ohne so zu tun, als sei nichts geschehen.
Der umgefallene Turm
Ein Turm aus Bauklötzen fällt um, und Sara sagt, Ben habe ihn umgestossen. Ein Erwachsener fragt beide Kinder, was passiert ist. Ben sagt, er habe nach einem Klotz gegriffen, während Sara erzählt, dass sie die Grundlage schon bewegt hatte. Gemeinsam merken sie, dass die Grundlage wackelig war. Der Erwachsene hilft beim Wiederaufbauen, statt Ben sofort zu beschuldigen.
Die Falle: der ersten Geschichte glauben
Ein Kind kann denken, dass die erste Person, die spricht, recht haben muss, besonders wenn sie sicher klingt oder auf etwas Sichtbares zeigt. Das ist eine verständliche Abkürzung: Schnell zu entscheiden kann sicher und hilfreich wirken. Aber Sicherheit ist kein Beweis. Eine ruhige Frage wie «Was ist passiert?» kann einen wichtigen fehlenden Teil zeigen.
Wo es hilft
Das hilft, wenn ein Spielzeug kaputtgeht, zwei Freunde streiten, eine Zeichnung bekritzelt wird oder jemand sagt: «Er war es.» Zu Hause und in der Schule kannst du jede Seite anhören, wiederholen, was du verstanden hast, und fragen, was die Situation fair machen würde. Danach können ein Erwachsener oder die Kinder einen sinnvollen nächsten Schritt wählen.
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