Worte wählen, die nicht verletzen — Ethik, 4–6 Jahre
Sagen, was du brauchst, ohne zu beleidigen, zu drohen oder eine andere Person kleinzumachen.
Worte können etwas bewirken
Worte sind nicht nur Laute: Sie können einladen, erklären, ermutigen, Angst machen oder verletzen. Freundliche Worte bedeuten nicht, dass man so tun muss, als wäre alles gut. Sie bedeuten, Wahres oder Nötiges so zu sagen, dass die Würde der anderen Person geachtet wird.
Warum diese Idee entstand
Gruppen brauchen eine Möglichkeit, Probleme zu lösen, ohne dass jeder Streit zu einem Kampf wird. Verletzende Worte können Angst machen und vom Sprechen abhalten, während respektvolle Worte Raum zum Zuhören und Wiedergutmachen lassen. Darum ersetzt man Beleidigungen und Drohungen besser durch klare Bitten, Worte für das Problem und ruhige Grenzen.
Den Satz verändern
Sara möchte den roten Wachsmalstift, aber Ben benutzt ihn. Sie könnte schreien: „Du bist schrecklich!“ Stattdessen sagt sie: „Ich möchte den roten Stift haben, wenn du fertig bist.“ Ben hört die Bitte, und sie vereinbaren, dass Sara ihn danach benutzt. Das Problem bleibt klar, ohne Beleidigung.
Der verständliche Fehler
Ein häufiger Fehler ist, die ersten harten Worte zu sagen, die einem im Ärger einfallen. Das ist verständlich, weil sich Wut dringend anfühlt und eine Beleidigung wie eine schnelle Möglichkeit wirken kann, sie zu zeigen. Sie greift aber die Person statt des Problems an. Halte kurz inne, benenne die Handlung und sage, was du brauchst.
Wo das vorkommt
Das brauchst du, wenn ein Freund deinen Turm umstösst, ein Geschwister zu laut ist oder du die Aufmerksamkeit eines Erwachsenen brauchst. Lehrpersonen, Eltern, Trainer und andere Berufsleute nutzen dieselbe Fähigkeit: Sie können eine klare Grenze setzen, ohne jemanden als schlechten Menschen zu beschimpfen. Freundliche Worte machen ehrliche Uneinigkeit leichter hörbar.
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