Gut gewinnen und verlieren — Ethik, 4–6 Jahre
Ein Spiel kann Spass machen, auch wenn das Ergebnis nicht so ist, wie wir gehofft haben. Gut gewinnen und verlieren heisst, das Spiel zu geniessen, die Mitspielenden zu achten und mit Sieg und Niederlage umzugehen.
Was gut gewinnen und verlieren bedeutet
Wer gut gewinnen und verlieren kann, spielt fair und lässt alle Freude am Spiel haben. Beim Gewinnen wird gefeiert, ohne andere zu verhöhnen; beim Verlieren darf man enttäuscht sein, ohne zu beschuldigen oder das Spiel zu verderben. Gefühle sind in Ordnung, und Respekt bleibt wichtig.
Warum Spiele gute Sportlichkeit brauchen
Ein Spiel spielt man mit anderen, aber ein Sieg kann jemanden die Mitspielenden vergessen lassen. Menschen haben gemerkt, dass Spiele keinen Spass mehr machen, wenn die Gewinner prahlen oder die Verlierer schummeln und schreien. Gute Sportlichkeit löst das Problem: Das Spiel bleibt sicher, gemeinsam und wiederholbar.
Ein Fussballspiel
Mias Team schiesst 3 Tore und Leos Team 2. Mia möchte rufen: «Wir sind die Besten!» Stattdessen sagt sie: «Gutes Spiel», gibt Leo ein High-five und fragt, ob sie morgen wieder spielen. Sie freut sich über den Sieg, macht aus ihrer Freude aber keine Beleidigung.
Die Falle: so tun, als wäre es egal
Ein Kind kann denken, gut zu verlieren bedeute, nach einer Niederlage nie traurig oder wütend zu sein. Das ist ein verständlicher Irrtum, weil ruhige Gesichter oft gelobt werden. Ein Gefühl zu verstecken ist aber nicht dasselbe wie gut damit umzugehen. Es kann sagen: «Ich bin enttäuscht. Ich brauche eine Minute», und dann weiterspielen oder aufhören.
Wo es hilft
Gut gewinnen und verlieren hilft bei Spielen auf dem Spielplatz, bei Rennen, Brettspielen und Wettbewerben in der Familie. Es hilft auch, wenn ein Freund zuerst ausgewählt wird, ein Puzzle vor dir beendet oder einen kleinen Preis gewinnt. Du kannst dich über deinen eigenen Erfolg freuen, ohne den Moment eines anderen kleinzumachen.
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