Vor dem Berühren fragen — Ethik, 4–6 Jahre
Jeder Mensch darf über den eigenen Körper und die eigenen Sachen entscheiden. Vorher zu fragen und ein Nein zu akzeptieren, zeigt Respekt und hilft, sich sicher zu fühlen.
Zuerst fragen
Bevor du jemanden umarmst, ein Spielzeug nimmst, in eine Tasche schaust oder bei einem Spiel mitmachst, frage die betroffene Person. Sie kann Ja, Nein oder Jetzt nicht sagen. Ihre Antwort gehört ihr, und auch du darfst diese Antworten über deinen Körper und deine Sachen geben.
Warum zuerst fragen?
Eine Umarmung, ein weggenommenes Spielzeug oder eine Hand in der Tasche können für den einen angenehm und für den anderen störend sein. Menschen bitten um Erlaubnis, weil Zusammenleben besser funktioniert, wenn Körper und Sachen nicht als Eigentum aller gelten. Fragen gibt der anderen Person eine sichere Wahl.
Darf ich mitmachen?
Nora sieht zwei Kinder, die mit Bausteinen einen Zug bauen. Sie fragt: „Darf ich diese roten Steine benutzen und mitmachen?“ Sie sagen: „Noch nicht, wir bauen gerade die Lok fertig.“ Nora sagt: „In Ordnung. Sagt mir, wenn Platz ist“, und beginnt einen anderen kleinen Zug. Sie hat gefragt, ein Nein für jetzt gehört und eine sichere Möglichkeit gewählt.
Ein Ja kann sich ändern
Ein häufiger Fehler ist zu denken, dass ein Ja für immer gilt oder Schweigen Ja bedeutet. Das klingt verständlich, weil wir oft einmal etwas vereinbaren und dabei bleiben. Aber jemand kann seine Meinung ändern, müde werden oder merken, dass etwas wehtut. Frage erneut, wenn sich die Situation ändert, und höre bei Nein auf.
Körper und persönliche Dinge
Wende diese Idee an, wenn du jemanden begrüßt, einen Bleistift ausleihst, eine Zimmertür öffnest, bei einem Spiel mitmachst oder beim Anziehen hilfst. Frage klar, warte auf die Antwort und akzeptiere sie, ohne zu greifen oder zu streiten. Wenn sich eine Berührung unsicher anfühlt, geh weg und erzähle es einer vertrauten erwachsenen Person; Fragen ersetzt keinen Schutz.
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