Toleranzen und Passungen — Ingenieurwesen, 14–17 Jahre
Die echte Fertigung ist niemals vollkommen genau. Eine Toleranz legt den kleinen Größenbereich fest, in dem Bauteile noch zusammen funktionieren.
Eine kleine Abweichung ist normal
Auf einer Zeichnung kann stehen, dass eine Welle 10,00 mm Durchmesser hat, doch Maschinen und Messgeräte haben Grenzen. Eine Toleranz kann 9,98 bis 10,02 mm erlauben. Innerhalb dieses Bereichs ist das Bauteil nicht „falsch“; der Bereich gehört zum Entwurf.
Das Problem perfekter Bauteile
Eine absolut genaue Größe zu verlangen würde die Herstellung langsam, teuer oder unmöglich machen. Zu lockere Teile können jedoch klappern, zu enge können klemmen. Toleranzen legen deshalb fest, wie viel Abweichung unschädlich ist, damit brauchbare Teile wiederholt hergestellt werden können.
Eine Passung prüfen
Ein Stift muss in ein Loch passen. Der Stift darf 9,95–10,00 mm messen, das Loch 10,02–10,08 mm. Das kleinste Spiel ist 10,02 − 10,00 = 0,02 mm, das größte 10,08 − 9,95 = 0,13 mm. Jede erlaubte Kombination lässt Platz, also sollte der Stift hineingleiten.
Die Falle: beide Grenzwerte übersehen
Oft vergleicht man nur die beiden Nennmaße und vergisst, dass beide schwanken. Ein 10-mm-Stift und ein 10-mm-Loch klingen nach perfekter Passung, doch zwei Teile mit demselben Nennmaß können klemmen, und Fertigungsfehler können sich addieren. Die kleinste und größte mögliche Lücke zu prüfen zeigt die Wirklichkeit.
Austauschbare Teile
Toleranzen sorgen dafür, dass Ersatzteile zu Produkten aus verschiedenen Fabriken oder Jahren passen. Eine Fahrradkette, ein USB-Anschluss oder ein Autofilter ist auch deshalb nützlich, weil seine Maße innerhalb eines vereinbarten Bereichs liegen. Ohne das müsste jedes Ersatzteil einzeln vermessen und angepasst werden.
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