Körperliches Erzählen — Theater, 11–13 Jahre
Wie Haltung, Gesten und Bewegung dem Publikum eine Situation ohne gesprochene Worte verständlich machen.
Idee
Der Körper kann zeigen, was geschieht, bevor jemand spricht. Ein gesenkter Kopf, angespannte Schultern oder eine plötzliche Drehung können Angst, Stolz oder Überraschung andeuten; deutlicher wird es, wenn die Bewegung zur Figur und zum Moment passt.
Warum es wichtig ist
Schauspielende müssen oft bis in die letzte Reihe verständlich sein, und manche Momente kommen ohne Worte aus. Körperliches Erzählen löst dieses Problem, indem es Gefühle und Handlungen sichtbar macht, auch bei leiser oder fehlender Sprache.
Durchgespieltes Beispiel
Spiele eine Schülerin, die entdeckt, dass ein Glas zerbrochen ist. Greife zuerst danach und halte inne, sobald du die Scherben siehst. Ziehe dann die Hand zurück, schaue zur Tür und verstecke die Scherben hinter dem Rücken. Lass zuletzt die Schultern sinken: Das Publikum erkennt Entdeckung, Sorge und Schuld ohne einen Satz.
Häufige Falle
Ein häufiger Fehler ist, jede Geste riesig zu machen, als wäre eine größere Bewegung automatisch klarer. Das ist verständlich, weil das Publikum etwas sehen muss; ständiges Winken kann aber den wichtigen Moment verdecken. Wähle eine genaue Bewegung und lass sie wirken.
Wo es vorkommt
Körperliches Erzählen findet man in Stummfilmen, in der Pantomime und bei Szenen, die aus großer Entfernung gesehen werden. Es hilft auch, wenn Lärm oder Sprachunterschiede die Verständigung erschweren. Es ersetzt nicht in jeder Szene die Worte, sondern betont vor allem sichtbare Handlungen oder Gefühle.
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