Das Ziel einer Figur — Theater, 11–13 Jahre
Auf der Bühne möchte eine Figur meistens gerade etwas Bestimmtes. Dieses Ziel gibt jedem Satz und jeder Handlung eine Richtung, statt die Darstellung zu einer Reihe zusammenhangloser Bewegungen zu machen.
Was möchte die Figur jetzt?
Ein Ziel ist das, was eine Figur in einem bestimmten Moment oder in einer Szene erreichen möchte. Sie könnte einen Freund überzeugen, einen Fehler verbergen, eine Erlaubnis bekommen oder jemanden zum Bleiben bewegen wollen. Es ist nicht nur ein Merkmal wie „nett“, sondern ein aktiver Wunsch, der ihr nächstes Handeln lenkt.
Warum ein Ziel einer Szene Energie gibt
Ohne ein Ziel kann ein Schauspieler die richtigen Worte sagen und trotzdem wirken, als würde er nur auf das Ende der Szene warten. Drama entsteht, wenn Menschen versuchen, eine Situation zu verändern, nicht wenn sie sie nur beschreiben. Ein klares Ziel gibt eine Richtung: Die Figur drängt, prüft, bittet oder weicht zurück, und die andere Person kann darauf reagieren.
Beispiel: um einen Tag mehr bitten
In einer Szene hat Noor ihr Projekt vergessen und steht vor ihrer Lehrerin. Ihr Ziel ist nicht „nervös zu sein“, sondern „einen weiteren Tag zu bekommen“. Zuerst nennt sie einen vernünftigen Grund. Als das nicht hilft, verspricht sie einen Plan und bietet an, die unfertige Arbeit zu zeigen. Jede Handlung versucht einen anderen Weg zum selben Ziel, deshalb kommt die Szene voran.
Verwechsle ein Gefühl nicht mit einem Ziel
Es ist ein häufiger und verständlicher Fehler zu schreiben: „Die Figur möchte wütend sein“ oder „möchte traurig sein“. Gefühle sind oft Ergebnisse und keine Dinge, die man direkt verfolgen kann. Frage, was die Figur von einer anderen Person oder Situation bekommen möchte. Wut kann entstehen, weil sie eine Entschuldigung will, Traurigkeit nach einer verlorenen Möglichkeit.
Ziele helfen beim Schreiben und Vortragen
Autoren nutzen Ziele, damit Szenen nicht zu Gesprächen werden, die nirgendwohin führen. Vor einem Vortrag kannst du dieselbe Frage stellen: Will ich erklären, überzeugen, warnen oder einladen? Das Ziel hilft bei der Auswahl von Beispielen, Stimme und Tempo. Das bedeutet nicht, Menschen zu manipulieren, sondern den Zweck der Mitteilung klar zu machen.
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