Dramatische Ironie — Theater, 11–13 Jahre
Wenn das Publikum etwas weiss, das eine Figur nicht weiss Theater, 11–13 Jahre.
Was es ist
Dramatische Ironie entsteht, wenn das Publikum eine wichtige Tatsache früher versteht als eine Figur. Wir sehen dann, wie die Figur spricht oder handelt, und erkennen dabei eine zweite Bedeutung. Der Abstand zwischen unserem Wissen und dem Wissen der Figur kann Spannung, Humor oder Traurigkeit erzeugen.
Wozu dient sie?
Eine dramatische Ironie macht eine Szene wichtig, bevor die Figur alle Informationen hat. Wenn jemand einem Besucher vertraut, den das Publikum als gefährlich kennt, wirkt jeder freundliche Satz beunruhigend. Das Mittel entstand aus dem Wunsch, Zuschauende als wissende Partner einzubeziehen, nicht nur als Wartende.
Schritt für Schritt
In einer Szene versteckt Maya einen Schlüssel unter einem Kissen. Das Publikum sieht, wie Leo hereinkommt und das Kissen auf einen Stuhl legt, Maya aber nicht. Maya sagt: „Der Schlüssel ist ganz sicher.“ Leo setzt sich. Das Publikum sorgt sich um den Schlüssel, während Maya sich sicher fühlt: Diese Wissenslücke erzeugt die Ironie.
Der häufige Irrtum
Ein häufiger Fehler ist, dem Publikum sofort jedes Geheimnis zu verraten und das dramatische Ironie zu nennen. Wenn alle alles wissen, gibt es keine nützliche Wissenslücke. Es ist verständlich zu denken, mehr Informationen machten eine Geschichte immer klarer, aber hier muss das Wissen gezielt verteilt sein: Das Publikum muss mehr wissen als eine Figur, nicht alles.
Wo sie vorkommt
Dramatische Ironie gibt es in Krimis, Thrillern und Komödien. Ein Film kann uns einen schlammigen Schuhabdruck zeigen, bevor die Ermittlerin ihn bemerkt, oder eine Figur auf eine Überraschungsparty zulaufen lassen. Das funktioniert nur, wenn das Publikum die Information deutlich genug erhält, um sie während der Szene zu behalten und zu nutzen.
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