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Der lateinische Imperativ — Alte Sprachen, 11–13 Jahre

Latein kann ein Verb in eine direkte Aufforderung verwandeln, etwa „Hör zu!“ oder „Komm!“. Der Imperativ ist eine kurze Form mit einer klaren Aufgabe: Einer oder mehreren Personen sagen, was sie tun sollen.

Ein Verb, das weist

Der Imperativ spricht jemanden direkt an: „Lauf!“, „Schau!“ oder „Schreib!“. Im Lateinischen verwendet ein Befehl an eine Person oft den Verbstamm, während ein Befehl an mehrere meist eine andere Endung hat. Wer gemeint ist, steckt schon in der Aufforderung.

Warum eine besondere Form?

Eine Aufforderung ist nicht dasselbe wie die Aussage, dass eine Handlung geschieht. Lateinsprechende brauchten eine schnelle Form für Anweisungen, Befehle, Ratschläge oder Einladungen, ohne „du musst“ zu ergänzen. Die besondere Form zeigt, wer angesprochen wird – streng oder freundlich.

Von „Hör zu!“ zu „Hört alle zu!“

Nimm audio, „ich höre“, und entferne die Endung. Übrig bleibt aud-. Für eine Person kommt -i dazu: audi!, „Hör zu!“. Für mehrere kommt -te dazu: audite!, „Hört alle zu!“. Die Endung zeigt den Unterschied zwischen einer Person und einer Gruppe.

Nicht jede Endung ist ein Befehl

Man kann leicht jede kurze Verbform für einen Imperativ halten, besonders wenn kein Subjekt dasteht. Das ist verständlich, weil Latein das Subjekt oft weglässt. Prüfe Bedeutung und Zusammenhang: audi heißt „Hör zu!“, audit aber „er oder sie hört“.

Aufforderungen auf Papier

Imperative kommen in römischen Regeln, militärischen Anweisungen, Gebeten und Reden vor. Sie leben auch in bekannten Wendungen wie carpe diem weiter, meist übersetzt mit „Nutze den Tag“. Frage dich bei einem Imperativ, wer angesprochen wird und ob es ein Befehl, Rat oder eine Einladung ist.

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