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Der lateinische Konjunktiv: mehr als eine bloße Tatsache — Alte Sprachen, 14–17 Jahre

Der Konjunktiv ist nicht einfach eine schwierige Gruppe von Endungen. Er zeigt, dass eine Handlung gewünscht, vorgestellt, empfohlen, indirekt erfragt oder in eine bestimmte Satzart eingebettet wird.

Eine andere Haltung zur Handlung

Latein verwendet den Konjunktiv, wenn jemand eine Handlung nicht einfach als Tatsache hinstellt. Er kann Wunsch, Befehl, Möglichkeit, Zweifel oder Zweck ausdrücken; dadurch wird die Haltung des Sprechers zur Handlung sichtbar.

Warum den Modus markieren?

Ein Satz muss „das Heer zieht ab“ von „das Heer soll abziehen“ oder „damit das Heer abziehen kann“ unterscheiden. Latein zeigt dies oft durch die Verbform statt durch zusätzliche Hilfswörter und macht so die Sichtweise auf die Handlung deutlich.

Ein Wunsch in drei Schritten

Lies utinam vincat, „hoffentlich gewinnt er“. Erstens kommt vincat von vinco, vincere, und die Endung zeigt die dritte Person Singular. Zweitens kennzeichnet der Vokalwechsel den Präsenskonjunktiv, nicht das gewöhnliche Präsens vincit. Drittens zeigt utinam, dass es ein Wunsch ist.

Nicht jede ungewöhnliche Form ist Vergangenheit

Man könnte einen Konjunktiv verständlicherweise als Vergangenheit übersetzen, weil seine Form ungewohnt wirkt oder Englisch dafür oft „would“ verwendet. Neue Endungen sehen wie eine neue Zeitform aus. Aber Modus und Zeit sind verschieden: vincat steht im Präsens und drückt einen Wunsch aus.

Die Sprache der Möglichkeit

Den lateinischen Konjunktiv findet man in Wahlsprüchen, Gebeten, Reden sowie juristischen und politischen Texten, wenn Hoffnungen, Befehle oder Bedingungen ausgedrückt werden. Er erklärt auch das Wort „Konjunktiv“, das mit dem Verbinden von Sätzen zusammenhängt.

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