Lateinische poetische Elision — Alte Sprachen, 14–17
Lateinische Dichter zählen manchmal den Endvokal eines Wortes nicht, wenn das nächste Wort mit einem Vokal beginnt. Die Elision passt den Rhythmus an das Versmaß an; die geschriebene und die gezählte Zeile sind daher nicht immer gleich.
Ein geschriebener Vokal kann im Rhythmus verschwinden
Wenn ein lateinisches Wort auf einen Vokal endet und das nächste mit Vokal oder h beginnt, kann die Dichtung den ersten Vokal elidieren. Du siehst ihn noch auf der Seite, zählst ihn beim Versmaß aber nicht als eigene Silbe.
Warum Dichter sie verwendeten
Ein Versmaß gibt einer Zeile ein festes Muster aus langen und kurzen Silben. Gesprochene Sprache passt nicht immer genau dazu; die Elision glättet deshalb eine überfüllte Verbindung, ohne Wörter zu ändern oder Silben zu erfinden.
multum ille et lesen
Nimm aus einer Verszeile die Wendung multum ille et terris, „jener Mann sehr und auf den Ländern“. Das End-e von ille trifft auf das Anfangs-e von et; beim Scannen zählt die Verbindung wie ille(t), der erste Vokal fällt also aus. Markiere das vor dem Zählen.
Lösche sie nicht aus der Bedeutung
Die Elision verändert das Versmaß, normalerweise aber weder Grammatik noch Bedeutung. Es ist verständlich, den Vokal ganz zu streichen, wenn es heißt, er „verschwindet“; behalte das Wort beim Übersetzen und lasse ihn nur beim Rhythmuszählen weg.
Ein Schlüssel zum Hören römischer Dichtung
Elision ist wichtig, wenn du Vergil oder Ovid laut liest, einen Vers scannst oder verschiedene Vorträge vergleichst. Sie erklärt, wie eine Zeile zugleich dicht und fließend klingen kann: Die Schrift bewahrt die Wörter, das Versmaß regelt ihr Zusammentreffen.
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