Lateinische Fälle — Alte Sprachen, 7–10 Jahre
Sieh, wie eine kleine Änderung am Ende eines lateinischen Nomens seine Aufgabe im Satz zeigen kann.
Endungen zeigen Aufgaben
Im Lateinischen kann die Endung eines Nomens seine Aufgabe im Satz zeigen. Sie kann sagen, wer handelt, wer eine Handlung erhält oder wem etwas gehört. Deshalb kann Latein die Wortstellung ändern und trotzdem Hinweise auf die Bedeutung geben.
Das Problem der Wortstellung
Man muss wissen, wer was getan hat, auch wenn ein Satz für Betonung oder Rhythmus umgestellt wird. Latein löste das, indem es die Endungen der Nomen änderte und nicht nur auf die Stellung vertraute. So erkannten Sprecher die Aufgaben, und Dichter konnten Wörter freier anordnen.
Puella rosam amat
Lies puella rosam amat: „Das Mädchen liebt die Rose.“ Puella endet auf -a und handelt. Rosam endet auf -am und erhält die Handlung. Amat bedeutet „liebt“. Auch bei rosam puella amat zeigen die Endungen: Das Mädchen liebt, die Rose wird geliebt.
Die Falle des ersten Wortes
Es ist naheliegend zu denken, dass das erste Nomen immer handelt, weil viele Sprachen den Handelnden oft an den Anfang stellen. Dieser Umweg klappt manchmal, aber hier nicht. Im Lateinischen prüfe zuerst die Endung, statt der Stellung zu vertrauen.
Eine Inschrift lesen
Fallendungen helfen, wenn auf einem Museumsschild oder Stein eine kurze lateinische Aussage steht. Du kannst fragen, welche Person oder Sache handelt und welche die Handlung erhält. Das gilt für einen echten lateinischen Satz, nicht für jeden modernen Spruch mit lateinisch aussehenden Wörtern.
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