Zweipunktperspektive — Kunst, 14–17 Jahre
Die Zweipunktperspektive zeigt eine Raumecke, deren Kanten auf zwei Fluchtpunkte zulaufen.
Was die Zweipunktperspektive zeigt
Bei der Zweipunktperspektive schaust du auf die Ecke einer Schachtel, eines Gebäudes oder einer Straße, nicht gerade auf eine Fläche. Senkrechte Kanten bleiben meist senkrecht; nach links laufende Kanten führen zu einem Fluchtpunkt, nach rechts laufende zu einem anderen. So wirkt die Ecke räumlich.
Warum zwei Punkte nötig sind
Ein Fluchtpunkt funktioniert, wenn du direkt auf eine flache Seite schaust. Ein gedrehtes Objekt hat aber zwei verschiedene Richtungen, die sich von dir entfernen. Die Zweipunktperspektive zeigt beide einheitlich; Künstler und Architekten nutzten solche Systeme, um erfundene Gebäude und Straßen glaubhaft flach darzustellen.
Beispiel: eine Straßenecke
Zeichne eine Horizontlinie und setze weit links und rechts Fluchtpunkte. Zeichne dazwischen eine Senkrechte für die nächste Gebäudeecke. Führe von oben und unten Linien zu beiden Punkten. Setze auf diesen Linien zwei weitere Senkrechte und verbinde deren Enden mit den gegenüberliegenden Punkten; nun hast du einen räumlichen Kasten.
Die Falle: parallele Seiten zeichnen
Oft zeichnet man die beiden sichtbaren Gebäudeseiten parallel, weil echte Wände parallel gebaut sind. Das ist eine vernünftige Beobachtung. Im Bild scheinen parallele Kanten, die sich entfernen, jedoch auf einen Fluchtpunkt zuzulaufen; bleiben sie parallel, wirkt das Gebäude flach oder versehentlich schief.
Wo es vorkommt
Zweipunktperspektive findet sich in Architekturzeichnungen, Comic-Hintergründen, Concept Art und Stadtfotografie. Ein Architekt kann damit ein Gebäude aus der Eckansicht planen, bevor es existiert. Ein Spieledesigner nutzt dieselbe Logik beim Entwerfen eines Raums oder einer Straße, die Spielende erkunden.
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