Ein Bild einrahmen — Kunst, 4–6
Du kannst auswählen, was innerhalb des Bildrandes bleibt, so wie du auswählst, was du durch ein Fenster siehst.
Der Rahmen wählt den Ausschnitt
Ein Rahmen ist der Rand um ein Bild, aber er schmückt es nicht nur. Er bestimmt, was du sehen kannst und was draußen bleibt. Schiebst du ihn näher heran, siehst du vielleicht ein Gesicht; schiebst du ihn weg, siehst du die ganze Person und den Raum. Wenn du Kunst machst, wählst du den Ausschnitt.
Warum einen Rahmen wählen?
Ohne einen gewählten Rand kann ein Bild zu viel zeigen oder den wichtigen Teil weglassen. Künstlerinnen, Fotografen und Filmschaffende müssen die Augen der Betrachtenden führen. Ein Rahmen löst dieses Problem: Er sagt „Schau jetzt hierher“. Das bedeutet nicht, dass alles außerhalb unwichtig ist.
Probiere zwei Ausschnitte
Stell ein Spielzeugauto und einen Baum auf einen Tisch. Halte zuerst ein Rechteck aus Karton nah an das Auto: Das Auto füllt das Bild, und der Baum verschwindet. Halte das Rechteck dann weiter weg: Beide Gegenstände passen hinein, und mehr Tisch ist zu sehen. Nichts hat sich bewegt, aber der Rahmen verändert die Geschichte von „Auto“ zu „Auto an einem Ort“.
Der Rahmen ist nicht nur Dekoration
Du könntest denken, ein Rahmen sei nur ein hübscher Rand, den man nach dem fertigen Bild hinzufügt. Das ist verständlich, weil Rahmen oft aus Holz oder buntem Karton bestehen. Doch der Rand kann die Bedeutung verändern, bevor du etwas verzierst. Schiebe ein Papierfenster über deine Zeichnung und achte darauf, was erscheint oder verschwindet.
Rahmen gibt es überall
Eine Kamera, ein Handy, ein Fernseher und eine Buchseite nutzen Ränder, um einen Ausschnitt zu wählen. Ein Schaufenster rahmt die Dinge ein, die du bemerken sollst. Wenn du durch ein echtes Fenster schaust, kannst du mit deinen Händen ebenfalls ein Bild bilden und einen kleinen oder weiten Ausschnitt wählen. Vergleiche, was dir jeder Ausschnitt auffallen lässt.
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